| 23:21 Uhr

Gewerkschaft will mehr Geld
IG BCE verhandelt neuen Tarif zuerst in Rheinland-Pfalz

Hannover/Gladbeck. Die Gewerkschaft IG BCE hat ihre Forderung nach sechs Prozent mehr Geld in der Chemie-Industrie festgezurrt. Zusätzlich soll das Urlaubsgeld der rund 580 000 Beschäftigten verdoppelt werden, beschloss die Tarifkommission gestern in Gladbeck und bewegte sich damit im Rahmen der bisherigen Diskussion.

Zudem will die Gewerkschaft ein stärkeres Mitspracherecht der Arbeitnehmer bei flexiblen Arbeitszeiten durchsetzen.

Die zunächst nach neun Regionen getrennten Tarifverhandlungen beginnen nächsten Mittwoch in Rheinland-Pfalz, es folgen Nordrhein-Westfallen und Hessen. Auf Bundesebene treffen sich IG BCE und Chemie-Arbeitgeber erstmals am 5. September in Hannover.

Die Chemieindustrie strotze vor Kraft und habe die Anlagen auf Rekordniveau ausgelastet, sagte Verhandlungsführer Ralf Sikorski. Mit der Anhebung des Urlaubsgeldes wolle man ein soziales Zeichen setzen, weil davon die Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen überproportional profitierten.



Die Arbeitgeber warfen der Gewerkschaft vor, eine höhere Forderung als in anderen Branchen zu verlangen, obwohl sich die wirtschaftliche Dynamik bereits abschwäche. Der Tarifabschluss müsse für die Unternehmen auch dann noch tragbar sein, wenn die Geschäfte wieder schlechter laufen.

(dpa)