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„HNA ist seit vielen Jahren erfolgreich“

 Investor gesucht: Am Hunsrück-Flughafen Hahn sollen die Lichter nicht ausgehen. Foto: Thomas Frey/dpa
Investor gesucht: Am Hunsrück-Flughafen Hahn sollen die Lichter nicht ausgehen. Foto: Thomas Frey/dpa FOTO: Thomas Frey/dpa
Hahn. Die Chinesische Handelskammer in Deutschland findet positive Worte für die Firmengruppe HNA. Diese will mit einem deutschen Partner den Airport Hahn übernehmen. dpa-Mitarbeiter Jens Albes

Die mutmaßliche Käuferin des Hunsrück-Flughafens Hahn , die HNA-Gruppe, ist nach Auskunft der Chinesischen Handelskammer in Deutschland schon lange und mit Erfolg im Geschäft. "Was wir sagen können, ist, dass die HNA bereits seit vielen Jahren auf dem internationalen Markt erfolgreich aktiv und in ihrem Kerngeschäft im Bereich Luftverkehr breit aufgestellt ist", sagte Handelskammer-Geschäftsführer Wei Duan der Deutschen Presse-Agentur.

Die abschließenden Verhandlungen über den Verkauf des hoch defizitären Airports werden mit dem Unternehmen ADC geführt, das mit HNA partnerschaftlich verbunden ist. Der Hunsrück-Flughafen gehört bislang größtenteils Rheinland-Pfalz und zu einem kleinen Teil Hessen.

Duan sagte, es sei positiv, dass sich das chinesische Unternehmen HNA mit einem deutschen Partner für das komplexe Investitionsprojekt im Hunsrück zusammenschließe. "Dass deutsch-chinesische Partnerschaften, die auf gegenseitigem Vertrauen basieren, erfolgreich sein können, haben in der Vergangenheit viele Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen gezeigt." Die Chinesische Handelskammer in Deutschland hat ihren Sitz in Berlin.



Zum 2016 spektakulär geplatzten Versuch, den Flughafen Hahn an die mutmaßlich betrügerische Firma SYT zu verkaufen, sagte der Handelskammer-Chef, dies sei keinesfalls repräsentativ für chinesische Unternehmen in Deutschland. "Das Scheitern hat vielschichtige Gründe, die auch auf Versäumnisse auf deutscher Seite zurückzuführen sind."

Um den geplatzten Deal hatten sich die rheinland-pfälzische Landesregierung und die Beratergesellschaft KPMG gekümmert. Inzwischen hat das Land die Berater gewechselt.

Duan erläuterte: "Bei der SYT handelte es sich um ein von einem Investor aus Singapur in Shanghai registriertes kleines Unternehmen. Auf welcher Grundlage die beteiligten Behörden und Berater die Fähigkeit dieses Unternehmens beurteilt haben, den Flughafen zu kaufen, ist auch für uns schwer nachvollziehbar." Es sei nun zu hoffen, dass der neue Verkaufsversuch problemlos verlaufe. Das würde Planungssicherheit bringen und Arbeitsplätze sichern. "Es sollten nicht ausschließlich ökonomische Interessen, sondern die zukünftige Entwicklung des Flughafens und der Region im Vordergrund stehen." Duan mahnte: "Hier sehen wir die Unternehmen, die den Zuschlag erhalten - unabhängig von der Herkunft - sowie die Landesregierung und die verantwortlichen Berater in der Pflicht."