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Tourismus
Mit der Hitze steigt auch das Reisefieber

Nord- und Ostsee, aber auch die deutschen Alpen gehören zu den begehrten Reisezielen. Unser Bild zeigt Urlauber bei Norddeich.   
Nord- und Ostsee, aber auch die deutschen Alpen gehören zu den begehrten Reisezielen. Unser Bild zeigt Urlauber bei Norddeich.   FOTO: dpa / Mohssen Assanimoghaddam
Frankfurt. Die Bundesbürger wollen für Reisen und Ausflüge in diesem Jahr mehr Geld ausgeben. Gewinner sind die heimischen Urlaubsregionen. dpa

Supersommer für Deutschlands Tourismusbranche: Veranstalter, Reisebüros, Hoteliers und Gaststätten steuern nach Einschätzung von Experten auf ein Topjahr zu. Ein Ende des positiven Trends ist nicht abzusehen. „Die Deutschen wollen noch mehr Geld für private Reisen und Ausflüge ausgeben als in den vergangenen Jahren“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel. Die Bereitschaft, für Kurztrips und längere Reisen Geld auszugeben, ist weiter gestiegen, wie aus Daten des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) hervorgeht. Unter dem Strich würden sich die Bundesbürger in diesem Jahr voraussichtlich rund 30 Millionen Reisetage mehr gönnen als 2017.

Ein Gewinner des Jahres 2018 dürfte nach Einschätzung des BTW Deutschland sein. Laut Tourismusindex legten die Tagestrips, die zum größten Teil innerhalb des eigenen Landes stattfinden, bis April um fünf Prozent zu. „Vieles spricht dafür, dass dieser ,Deutschlandtrend’ der ersten Monate uns auch durch das weitere Jahr begleitet“, sagte Frenzel.

Im Last-Minute-Geschäft mancher Veranstalter hinterlässt die Hitzewelle dagegen Spuren. Statt ans Mittelmeer zu fahren, macht der eine oder andere Kurzentschlossene Ferien in Deutschland – ob an Nord- oder Ostsee, in den Bergen oder auf dem eigenen Balkon. So erklärte beispielsweise der in mehreren Ländern operierende Reisekonzern Thomas Cook jüngst, viele Kunden entschieden sich, die derzeitigen Rekordtemperaturen zu Hause zu genießen.



Nach Daten der GfK-Konsumforscher stieg der Buchungsumsatz für das wichtige Sommergeschäft bei klassischen Reisebüros, Onlineportalen der Veranstalter und Internet-Portalen mit Pauschalreiseschwerpunkt bis Ende Juni um insgesamt 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Gfk spricht von einem bemerkenswert hohen Umsatzplus.

Den Großteil des Sommergeschäfts hat die Branche bereits in der Tasche. So hatte beispielsweise Branchenprimus Tui schon im Mai nach eigenen Angaben 60 Prozent des Sommerprogramms verkauft. Nach Angaben des Reiseverbandes DRV haben die Bundesbürger in diesem Jahr deutlich früher als sonst die schönsten Wochen des Jahres gebucht.

GfK-Experte Gaßner rechnet damit, dass 2018 eines der Topjahre für die Tourismusbranche wird – sowohl im Inland als auch im klassischen Veranstaltergeschäft. DRV-Präsident Norbert Fiebig erwartet steigende Umsätze im laufenden Touristikjahr. Zuletzt rechnete er mit einem Erlösplus der Veranstalter im mittleren einstelligen Bereich.

Die Umsätze der Veranstalter waren 2017 im Vergleich zum schwachen Vorjahr um acht Prozent auf 33,7 Milliarden Euro gestiegen. Reisebüros verzeichneten ein Plus von 1,2 Milliarden Euro auf 26,4 Milliarden Euro.