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BASF Ludwigshafen
Handelskonflikte belasten BASF weiterhin

 Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) geht der BASF-Vorstand für das laufende Jahr mittlerweile von einem Rückgang von bis zu 30 Prozent aus. Wegen internationaler Handelskonflikte und eines weltweit schwächeren Wachstums rechnet der Chemiekonzern mit anhaltend schwierigen Zeiten
Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) geht der BASF-Vorstand für das laufende Jahr mittlerweile von einem Rückgang von bis zu 30 Prozent aus. Wegen internationaler Handelskonflikte und eines weltweit schwächeren Wachstums rechnet der Chemiekonzern mit anhaltend schwierigen Zeiten FOTO: obs / Detlef W. Schmalow
Ludwigshafen. BASF stellt sich auf schwierige Zeiten ein. Der Chemiekonzern sieht globale Risiken. Am Standort Ludwigshafen haben bereits mehr als 1100 Mitarbeiter ein Abfindungsprogramm angenommen.

Wegen internationaler Handelskonflikte und eines weltweit schwächeren Wachstums rechnet der Chemiekonzern BASF mit anhaltend schwierigen Zeiten. „Die weltweiten Risiken haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen“, sagte Vorstandschef Martin Brudermüller am gestrigen Donnerstag in Ludwigshafen. Sie seien getrieben von geopolitischen Entwicklungen und den andauernden Streitigkeiten zwischen den USA und ihren Handelspartnern. Eine vorübergehende Besserung im April in Asien sei kurzlebig gewesen.

„Diese Konflikte werden zeitnah nicht gelöst werden und verursachen eine spürbare Verlangsamung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums weltweit, besonders in China“, sagte Brudermüller. Mit einer Lösung der Handelskonflikte rechnet er frühestens im kommenden Jahr.

Die schwächere Entwicklung in der Autoindustrie, der wichtigsten BASF-Kundengruppe, vor allem in China sowie der Zollstreit zwischen den USA und China setzen BASF zu. Hinzu kam im zweiten Quartal unter anderem eine geringere Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln wegen schwieriger Witterungsbedingungen in Nordamerika. Deshalb stampfte der Dax-Konzern Anfang Juli seine Jahresziele ein.



Um das Unternehmen profitabler zu machen, hatte das Management im November ein neues Sparprogramm aufgesetzt, das ab Ende 2021 jährlich zwei Milliarden Euro zum operativen Gewinn (Ebitda) beisteuern soll. Dabei setzt Brudermüller vor allem auf schlankere Strukturen und einfachere Abläufe. Zudem will BASF bis Ende 2021 weltweit 6000 Stellen streichen, die Hälfte davon in der Zentrale in Ludwigshafen.

Das sind knapp fünf Prozent der 122 000 Jobs, die BASF Ende 2018 ausgewiesen hatte. Bereits mehr als 1100 Mitarbeiter in Ludwigshafen hätten das Abfindungsprogramm angenommen, sagte der Vorstandschef.

Im zweiten Quartal ging der Umsatz des Unternehmens gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres um vier Prozent auf 15,2 Milliarden Euro zurück. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hat sich auf gut eine Milliarde Euro fast halbiert. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter erhöhte sich der Überschuss – dank eines Buchgewinns wegen der Zusammenführung des Öl- und Gasgeschäfts der Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea - von 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf jetzt 6,5 Milliarden Euro.

Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) geht der Vorstand für das laufende Jahr statt von einem Anstieg von bis zu 10 Prozent mittlerweile von einem Rückgang von bis zu 30 Prozent aus. Auch beim Umsatz rechnet BASF mit einem leichten Schrumpfen von bis zu fünf Prozent – statt mit einem Anstieg.