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Grube will lückenlose Aufklärung in Bahn-Datenaffäre

Berlin. Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA haben den neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, aufgefordert, alles daran zu setzen, die Datenaffäre lückenlos aufzuklären und das Vertrauen der Beschäftigten zurückzugewinnen

Berlin. Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA haben den neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, aufgefordert, alles daran zu setzen, die Datenaffäre lückenlos aufzuklären und das Vertrauen der Beschäftigten zurückzugewinnen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) schließt derweil weitere personelle Konsequenzen bei der Bahn wegen der Datenaffäre nicht aus. Der 57-jährige Grube war am Samstag vom Bahn-Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. Mai zum neuen Bahnchef bestellt worden. Der bisherige Daimler-Vorstand löst Hartmut Mehdorn ab, der in der Bahn-Datenaffäre zunehmend unter Druck geraten war und seinen Rücktritt angeboten hatte. Grube hatte als seine vorrangige Aufgabe die "lückenlose Aufklärung" der Datenaffäre genannt. Hierzu will er bis 1. Juni konkrete Ergebnisse vorlegen. Kunden stellte er eine Serviceverbesserung in Aussicht. Transnet und GDBA erklärten, sie begrüßten, dass Grube "die unsägliche Datenaffäre" lückenlos aufklären lassen wolle. Man erwarte, dass nach Vorlage des Abschlussberichts der Sonderermittler die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Dies könnten aus der Sicht der Gewerkschaften auch weitere personelle Konsequenzen sein. Auch der Bundesverkehrsminister, der Grube Anfang April in Abstimmung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) vorgeschlagen hatte, nannte als dringlichste Aufgabe des neuen Bahnchefs die Aufklärung des Datenskandals. Weitere personelle Konsequenzen wegen der Datenaffäre schloss er in der Zeitung "Bild am Sonntag" nicht aus. Diese Frage lasse sich aber erst beantworten, "wenn wirklich alle Fakten auf dem Tisch liegen", sagte Tiefensee. Der Minister betonte, er wünsche sich bei der Bahn Ausgewogenheit zwischen internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Kundenfreundlichkeit. "Ich bin mir mit dem neuen Bahnchef einig, dass das Unternehmen bei Pünktlichkeit und Service noch besser werden muss. Da gibt es noch Spielraum", sagte er. ddp