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Büros werden nicht geputzt
Gebäudereiniger streiken für Weihnachtsgeld

Saarbrücken/Berlin. Das Saarland wird schmutziger, wenn die Gebäudereiniger in Zukunft kein Weihnachtsgeld bekommen. Davon ist Thomas Breuer, Regionalleiter der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) überzeugt. Für gestern hatte er zum Warnstreik aufgerufen.

50 Reinigungsmitarbeiter waren dem Aufruf gefolgt. Ein Polizeigebäude und zwei Schulen im Regionalverband Saarbrücken wurden nicht gesäubert.

Bundesweit sollten rund 150 Gebäude und Fabrikhallen nicht gereinigt werden. Schmutzig blieb unter anderem der Frankfurter Flughafen. Die Aktion ist eingebettet in einen bundesweiten Streik der Gebäudereiniger. Anlass war ein Spitzengespräch, das gestern zwischen dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks und der IG BAU in Berlin stattfand.

Das Handwerk Gebäudereinigung mit rund 600 000 Beschäftigten – davon 8000 im Saarland – ist eine von ganz wenigen Tarifbranchen, in denen kein Weihnachtsgeld gezahlt wird. Der Bundesinnungsverband hatte diese Forderung der IG BAU zuletzt abgelehnt. Dabei verwiesen die Arbeitgeber auf bereits vereinbarte Lohnerhöhungen, die 2020 zu gleicher Bezahlung in den Tarifgebieten West und Ost führen sollen. Daneben sei kein Spielraum für ein 13. Monatsgehalt, argumentierten die Arbeitgeber. „Doch unsere Leute wollen sich zu Weihnachten auch einmal etwas leisten können“, sagt Breuer. Für Leute, die ihren Beruf in Vollzeit ausüben, verlangt die Gewerkschaft ein Weihnachtsgeld von 880 Euro und für Teilzeit-Mitarbeiter den entsprechenden Anteil.



Sollte der Innungsverband nicht zu Gesprächen bereit sein, „werden wir zu einem regulären Streik aufrufen“, sagt der IG BAU-Regionalleiter. Dann seien im Saarland auch Krankenhäuser betroffen. Eine Urabstimmung sei nicht nötig, da es sich um eine neue Forderung handele. „Wir brauchen nur einen Beschluss der Großen Tarifkommission.“

(low)