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Frühstart in die Kirschensaison

Ingelheim. Rot und knackig, so mögen Verbraucher die Kirsche. Die ersten Früchte aus heimischer Produktion sind auf dem Markt. Der milde Frühling hat das Obst in Rheinland-Pfalz früher reifen lassen. dpa-Mitarbeiterin Monika Hillemacher

Zwei Wochen früher als in den Vorjahren hat in Rheinland-Pfalz die Kirschenernte begonnen. Grund für den Frühstart ist der milde, trockene Frühling. Geerntet werden zuerst die Süßkirschen. Sie sind bereits in größeren Mengen auf dem Markt. Die Händler erwarten deutlich mehr Kirschen als im vergangenen Jahr. "Die Blüte war stark, die bestäubenden Insekten waren fleißig, die Witterung gut", fasst Martin Ley, Geschäftsführer des Vereinigten Großmarkts für Obst und Gemüse (VOG) in Ingelheim die Bedingungen zusammen. Der Großmarkt ist einer der größten Umschlagplätze für Kirschen in Deutschland.

In diesem Jahr wollen die Ingelheimer schätzungsweise rund 4200 Tonnen der roten Früchte auf den Markt bringen, das wären gut 1200 Tonnen mehr als im Schlechtwetter-Jahr 2013. Der größte Anteil entfällt mit 3000 Tonnen auf die Sauerkirschen - Rheinland-Pfalz liefert traditionell gut 37 Prozent der deutschen Erntemenge und ist damit Spitzenreiter unter den Anbaugebieten. Sauerkirschen werden im Unterschied zu den süßen Sorten selten als Frischware verkauft, sondern gehen in die Konservenindustrie. Bei den Süßkirschen rangiert Rheinland-Pfalz nach Angaben des Statistischen Bundesamts hinter Baden-Württemberg und Niedersachsen auf Rang drei. "Aber Rheinhessen ist der größte Tafelkirschenanbieter für den Frischeverzehr", betont Ley. Die Preise für das Saisonobst seien "der hohen Qualität und dem Aufwand angemessen". Geerntet werde mit der Hand, um die Früchte nicht zu beschädigen.

Verbraucher mögen Kirschen am liebsten dunkelrot, fest, knackig und mit grünem Stil. Pro Jahr essen die Bundesbürger rund 500 Gramm Kirschen, wie Martin Balmer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Rheinbach erläutert. Er sieht eine steigende Nachfrage nach heimischen Produkten: "Da ist Luft nach oben." Die Anbaufläche ist laut Statistischem Bundesamt bundesweit konstant geblieben. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt rund 38 000 Tonnen Süß- und Sauerkirschen geerntet, wesentlich weniger als in den Jahren zuvor. Für die laufende Saison wünschen sich die Obstbauern Sonne und Wärme; Regen könnte die empfindlichen Früchte platzen lassen. Sonnenbrand droht erst bei Temperaturen knapp unter 40 Grad, erklärt Balmer.