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Abwärtstrend
Ford fährt in Europa hohe Verluste ein

 In Köln hat Ford seine Europazentrale – mit rund 18 000 Mitarbeitern. Dort wird der Fiesta gebaut.
In Köln hat Ford seine Europazentrale – mit rund 18 000 Mitarbeitern. Dort wird der Fiesta gebaut. FOTO: dpa / Oliver Berg
Dearborn/Köln. Der Abwärtstrend des US-Autobauers Ford in Europa mit seiner Regionalzentrale in Köln hat sich fortgesetzt. Der operative Verlust – also vor Zinsen und Steuern (Ebit) – lag im Europageschäft 2018 bei 398 Millionen US-Dollar (350 Millionen Euro), wie Ford im US-amerikanischen Dearborn mitteilte. dpa

Ein Jahr zuvor war es noch ein Betriebsgewinn von 367 Millionen Dollar gewesen. Das operative Ergebnis brach also binnen eines Jahres um 765 Millionen Dollar ein. Die Firma begründete die roten Zahlen unter anderem mit höheren Kosten und ungünstigen Wechselkurs-Entwicklungen. 2016 hatte Ford in Europa noch einen satten Betriebsgewinn von 1,32 Milliarden Dollar eingefahren. Auch die Zahl der Fahrzeuge, die in den Handel kamen, sank in Europa im vergangenen Jahr, und zwar um 49 000 – rund drei Prozent – auf 1,533 Millionen.

Der US-Autobauer hat rund 50 000 Mitarbeiter in Europa, davon knapp die Hälfte in Deutschland. Unlängst hatte die Firmenspitze ein Sanierungsprogramm gestartet, um das Geschäft in Europa in die Gewinnzone zurückzuführen. Eine „beträchtliche Anzahl“ der Arbeitsplätze soll wegfallen, verkündete die Chefetage. Wie viele, soll erst Mitte des Jahres bekanntgegeben werden. In Saarlouis sind nach Einschätzung von Europa-Betriebsratschef Martin Hennig etwa 1200 der 6000 Arbeitsplätze bedroht. Die roten Zahlen des vergangenen Jahres, die nun offiziell auf dem Tisch liegen, dürften den Druck hoch halten in den laufenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Auf der Arbeitnehmerseite war kürzlich Kritik laut geworden. Hennig warf dem Management strukturelle Fehler vor, die zu dem Missstand hierzulande beigetragen hätten. Zudem sei es unfair, dass Ford Europa mehr Geld zahlen müsse an Zulieferer als Ford in den USA.

Europa ist nicht das einzige Sorgenkind für den US-Autobauer – auch in China und anderen Regionen der Welt läuft es nicht rund. Nur auf dem Heimatmarkt Nordamerika schlägt sich der Autoriese dank gefragter SUVs und Pick-ups gut. Unter dem Strich kam der Konzern 2018 auf einen Gewinn von rund 3,7 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro). In einem Jahr hat sich dieser Wert halbiert.