| 21:50 Uhr

Tarifverhandlungen
Flughafen-Warnstreiks treffen Zehntausende Reisende

 Auch in Köln wurden viele Flüge gestrichen.
Auch in Köln wurden viele Flüge gestrichen. FOTO: dpa / Federico Gambarini
Düsseldorf/Köln. Die Gewerkschaft Verdi hat gestern mit Warnstreiks drei große deutsche Flughäfen weitgehend lahm gelegt. Hunderte Flüge waren ausgefallen. Im Rahmen des Tarifstreits um höhere Gehälter waren die meisten Sicherheitsleute an den Standorten Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart ganztägig in den Ausstand getreten. dpa

Damit untermauerten sie ihre Forderung nach einer deutlich besseren Bezahlung. In Düsseldorf fielen 370 von 580 Flügen aus, in Köln/Bonn 131 von 199 und in Stuttgart 142 von 275. Verdi zeigte sich zufrieden – die Beteiligung an der Arbeitsniederlegung sei sehr hoch gewesen.

Ursprünglich waren an den drei Flughäfen gestern insgesamt rund 110 000 Passagiere erwartet worden – viele von ihnen hatten sich aber vorab informiert und den Weg zum Flieger gar nicht erst angetreten. Auswirkungen gab es auch an anderen Flughäfen, wo Maschinen aus den drei Arbeitskampf-Standorten erwartet wurden oder dorthin geschickt werden sollten – an den Berliner Flughäfen gab es rund 100 Absagen. Etwa gleich viele waren es in München, dort teilweise aber auch witterungsbedingt.

Verdi fordert für die 23 000 Kontrolleure von Passagieren, Fracht, Waren und Flughafen-Beschäftigten eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde. Das wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich – aktuell ist die Bezahlung je nach Region und Tätigkeit unterschiedlich. Die Arbeitgeber halten das für unrealistisch, sie bieten nach eigener Darstellung ein Plus von bis zu 6,4 Prozent. Für Verdi ist das zu wenig – nach Berechnung der Gewerkschaft wäre das nur ein Plus von zwei Prozent für das Gros der Beschäftigten. Bereits zu Wochenbeginn hatte Verdi Warnstreiks an den Berliner Flughäfen ausgerufen, die Folgen dieser nur wenige Stunden dauernden Arbeitsniederlegung waren aber deutlich schwächer als am Donnerstag.