| 22:13 Uhr

Konkurrenz für die Deutsche Bahn
Flixbus will Fernzug-Fahrten anbieten

So soll der „Flixtrain“ aussehen. Der Fernbusanbieter Flixbus steigt nach einer mehrmonatigen Testphase in den Bahnverkehr in Deutschland ein.
So soll der „Flixtrain“ aussehen. Der Fernbusanbieter Flixbus steigt nach einer mehrmonatigen Testphase in den Bahnverkehr in Deutschland ein. FOTO: -- / dpa
Berlin. Bislang macht Flixbus der Bahn nur mit Bussen Konkurrenz. Nun startet das Unternehmen mit „Flixtrain“ auf der Schiene.

Für Bahnreisende gibt es auf zwei Strecken nun auch wieder dauerhaft eine Alternative zu Intercity und ICE der Deutschen Bahn. Der Fernbus-Anbieter Flixbus vermarktet nach einer Testphase auf Dauer Fahrkarten für Verbindungen zwischen Köln und Hamburg sowie Stuttgart und Berlin. Die Fernzüge fahren unter der Marke „Flixtrain“, wie am Dienstag angekündigt wurde. Fahrgäste sollen zahlreiche Umsteigemöglichkeiten in Fernbusse erhalten.

Vom 24. März an soll der Zug täglich außer mittwochs im Regelbetrieb zwischen Köln und Hamburg pendeln. Flixbus hatte zuletzt zur Weihnachtszeit für zwei Wochen den früheren HKX (Hamburg-Köln-Express) fahren lassen. „Von Düsseldorf, Essen oder Köln ist man per Flixtrain ohne Umstieg genauso schnell in Hamburg wie mit dem ICE“, versprach Flixbus-Gründer André Schwämmlein.

Mit Sparpreisen von knapp zehn Euro wird die Deutsche Bahn unterboten – jedoch bleibt zunächst offen, wie groß das Sparpreis-Kontingent sein wird. Die Züge stellt und betreibt wie beim HKX das Nürnberger Unternehmen BahnTouristikExpress, Flixbus übernimmt wie beim Bus nur den Vertrieb.



Auch auf der Strecke Berlin-Stuttgart über Hannover und Frankfurt fährt Flixbus nicht selbst. Das Bus-Unternehmen hatte die Zugverbindung im August wiederbelebt, nachdem der Betreiber Locomore sie im Mai wegen Insolvenz eingestellt hatte. Betreiber ist seither das tschechische Unternehmen Leo Express. Gefahren wird von Donnerstag bis Montag.

Ab Mitte April soll der Zug täglich unterwegs sein, wie Schwämmlein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte. „Mit dem Zug sind wir plötzlich für Kunden relevant, für die wir bisher nicht interessant waren. Davon profitiert auch unser Fernbusangebot.“

Der Regelbetrieb auf der Strecke Berlin-Stuttgart hatte sich abgezeichnet, denn Flixbus stimmte sein Busangebot nach und nach stärker auf den Zug ab. Auf der Strecke hat Flixbus nach eigenen Angaben seit August mehr als 150 000 Zugtickets verkauft. Zum Vergleich: Die Bahn verkauft innerhalb eines halben Jahres etwa 70 Millionen Fahrkarten für ihre Intercity- und ICE-Züge.

„Unser Ziel sind eine halbe Million Passagiere in diesem Jahr“, sagte Flixbus-Gründer Schwämmlein jetzt der „Wirtschaftswoche“. „Wir fahren bis Sommer drei Züge. Unsere ersten Angebote sollten eigentlich keine Panik im Bahntower auslösen.“