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Etwas mehr Arbeitslose in Rheinland-Pfalz

Saarbrücken/Mainz. Die Arbeitslosigkeit ist im August zwar leicht gestiegen – der Arbeitsmarkt ist nach Experteneinschätzung dennoch stabil – trotz der weiter wachsenden Zahl arbeitsloser Flüchtlinge. In den Wochen nach den Sommerferien soll es wieder bergauf gehen. Agentur

Im August sind mehr Menschen in Rheinland-Pfalz ohne Arbeit gewesen als einen Monat zuvor. Insgesamt hatten rund 112 900 Menschen keinen Job - das waren etwa 2800 oder 2,5 Prozent mehr. Die Zahlen stellte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit gestern in Saarbrücken vor. Demnach sank die Zahl der Arbeitslosen im August im Vergleich zum Vorjahr um 1600 Personen oder 1,4 Prozent.

Der Arbeitsmarkt sei robust, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Heidrun Schulz. Der August sei traditionell ein schwächerer Monat. Sie gehe davon aus, dass in den Wochen nach den Sommerferien wieder verstärkt Mitarbeiter eingestellt würden. Die Arbeitslosenquote lag in Rheinland-Pfalz im August bei 5,2 Prozent, im Juli waren es noch 5,0 Prozent. Im August vergangenen Jahres betrug sie 5,3 Prozent.

Insgesamt meldeten sich zuletzt 10 800 Menschen neu arbeitslos. Das waren rund 800 oder sieben Prozent weniger als noch im August 2015. Zugleich nahmen etwa 7900 Menschen im August eine neue Tätigkeit auf - 800 oder neun Prozent weniger als Vorjahresmonat.



Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen stieg in Rheinland-Pfalz auf rund 34 400, das war ein Plus von etwa 5000 Stellen oder 17,1 Prozent. Vor allem für Zeitarbeit wurden Mitarbeiter gesucht (11 070). Auch im Gesundheits- und Sozialwesen (3300) und im Handel (3120) gab es vergleichsweise viele offene Stellen.

Offene Plätze gab es auch noch auf dem Ausbildungsmarkt: Ende August waren noch 5900 Lehrstellen in Rheinland-Pfalz zu vergeben. Freie Stellen gab es vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Bäckerei- und Fleischerhandwerk. Demgegenüber standen rund 4700 junge Menschen, die noch einen passenden Ausbildungsplatz suchten.

Auch bundesweit präsentiert sich der Arbeitsmarkt trotz der weiter wachsenden Zahl arbeitsloser Flüchtlinge zum Spätsommer weiter robust. Mit 2,684 Millionen Jobsuchern registrierte die Bundesagentur für Arbeit (BA) die niedrigste August-Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren, wie die Behörde gestern in Nürnberg mitteilte. Das waren 23 000 Erwerbslose mehr als im Juli, aber 111 000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,1 Prozent. "Der Arbeitsmarkt hat sich weiter gut entwickelt", kommentierte Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise die Zahlen.

Insgesamt waren bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen in der Bundesrepublik zuletzt 153 000 geflüchtete Männer und Frauen als arbeitslos registriert, berichtete BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Diese seien 13 000 mehr als im Juli. Zusammen mit den rund 193 000 Asylsuchenden, die zur Zeit in Integrations- und beruflichen Eingliederungskursen auf Alltag und Arbeitsleben in Deutschland vorbereitet werden, beläuft sich die Zahl der arbeitssuchenden Flüchtlinge auf insgesamt 346 000; das sind rund 25 000 mehr als noch im Juni.