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Ermittlungen in DIW-Finanzaffäre

Berlin. In die Finanzaffäre des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat sich jetzt die Berliner Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Sie leitete gegen die Verantwortlichen des Instituts ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue ein, wie DIW-Sprecher Carel Mohn gestern in Berlin sagte

Berlin. In die Finanzaffäre des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat sich jetzt die Berliner Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Sie leitete gegen die Verantwortlichen des Instituts ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue ein, wie DIW-Sprecher Carel Mohn gestern in Berlin sagte. Dazu sei die Anklagebehörde nach Bekanntwerden eines internen Berichts des Landesrechnungshofes gezwungen gewesen. Darin wird die Verwendung öffentlicher Mittel durch das DIW in den Jahren 2000 bis 2004 kritisiert. In diesem Zeitraum sollen nach Presseberichten mehr als sieben Millionen Euro nicht zweckgemäß ausgegeben worden sein. Das DIW wies diese Vorwürfe nochmals zurück. Der Pressestelle der Staatsanwaltschaft lag der Sachverhalt bis gestern Nachmittag nicht vor. Der Staatsanwalt Ulf-Hartwig Hagemann hatte zuvor dem "Tagesspiegel" gesagt, im Mittelpunkt der Prüfung stehe Struktur und Rechtsgrundlage der Beziehung zwischen dem DIW in Berlin und dem Ableger DIW-DC in Washington. Die Tochtergesellschaft soll auf fragwürdige Weise finanziert worden sein. Das DIW teilte mit, es werde alle Unterlagen zur Verfügung stellen und "vollständige Kooperation anbieten". DIW-Präsident Klaus Zimmermann hatte Mitte Januar erklärt, es sei "kein wirtschaftlicher Schaden entstanden, und Verschwendung wurde nicht nachgewiesen". afp