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Korruptionsskandal bei Dillinger Hütte
Razzia bei der Levo-Bank in Lebach und Eppelborn

Lebach. Polizisten haben gestern Geschäftsräume der Levo-Bank in Lebach und Eppelborn durchsucht. Der Grund dafür ist ein Verdacht auf Geldwäsche, wie die Saarbrücker Staatsanwaltschaft mitteilte. Sie ermittelt gegen vier – zum Teil ehemalige – führende Mitarbeiter der Bank. Von Volker Meyer zu Tittingdorf

Nach SR-Angaben sollen sich unter den Beschuldigten auch ehemalige Vorstände und ein aktuelles Vorstandsmitglied befinden. Das wollte die Ermittlungsbehörde nicht bestätigen. Die Razzia steht wie eine Durchsuchung vor fast zwei Wochen in Zusammenhang mit einem Verfahren gegen einen 66-Jährigen, der maßgeblich in den Korruptionsskandal bei der Dillinger Hütte verwickelt sein soll.

Dieser Baron von S., der vor vier Wochen auf Mallorca vorübergehend festgenommen worden war, soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei der Levo-Bank Konten und Depots unterhalten haben, über die Schmiergelder transferiert worden sein könnten – und dies mit Hilfe der beschuldigten Bankmitarbeiter. Konkret geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft um zwei Bargeldeinzahlungen auf zwei Konten des Baron von S. im November 2013 in Höhe von 380 000 Euro und 50 000 Euro. Die Einzahlungen könnten in Zusammenhang mit zeitlich dazu passenden Abhebungen und Schließfachzugriffen stehen, heißt es. Den Bankmitarbeitern drohen bei einer Verurteilung Geldstrafen oder im schlimmsten Fall bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Die Levo-Bank weist den Verdacht „dass aktuelle Mitarbeiter an einer potenziellen Geldwäsche“ mit Baron von S. „beteiligt waren, entschieden zurück“, heißt es in einer Stellungnahme der Volksbank. Sie habe „den Ermittlungsbehörden, mit denen wir bereits seit drei Jahren wegen dieses Kunden im engen Austausch stehen, erneut unsere Kooperation angeboten, da auch wir an einer schnellstmöglichen und vollumfänglichen Aufklärung interessiert sind“.



Seit 2012 wird in dem Korruptionsverfahren ermittelt. Die Vorwürfe: Mitarbeiter der Dillinger Hütte sollen von Bauunternehmern Schmiergelder angenommen haben. Außerdem ist von kostenlosen Urlaubsaufenthalten auf Mallorca und in den Vogesen die Rede. Als Gegenleistung sollen die Mitarbeiter der Hütte den Baufirmen millionenschwere Aufträge zugeschoben haben.