| 23:02 Uhr

Energieriesen wollen sich neu aufstellen
Eon und RWE ordnen Markt neu: Aus für Innogy

Essen. (dpa) Die größten deutschen Stromkonzerne Eon und RWE wollen sich komplett neu aufstellen und damit die gesamte Branche umkrempeln. Die beiden Energieriesen kündigten in der Nacht zu gestern überraschend an, ihre Geschäfte aufteilen zu wollen.

(dpa) Die größten deutschen Stromkonzerne Eon und RWE wollen sich komplett neu aufstellen und damit die gesamte Branche umkrempeln. Die beiden Energieriesen kündigten in der Nacht zu gestern überraschend an, ihre Geschäfte aufteilen zu wollen.

Eon will dazu in einem ersten Schritt die RWE-Ökostrom- und Netztochter Innogy kaufen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen beteiligen. Eon würde das lukrative Netzgeschäft von Innogy erhalten, während die erneuerbaren Energien unter dem Dach von RWE vereint werden sollen. Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy würde damit zerschlagen.

Die beiden Versorger haben eine Grundsatzeinigung erzielt, bindende Verträge wurden noch nicht abgeschlossen. Die Gremien beider Konzerne und die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Kritiker warnten am Wochenende vor Nachteilen für den Wettbewerb auf dem Strommarkt und höheren Preisen für Verbraucher.



RWE hatte das eigene Geschäft mit erneuerbaren Energien, dem Vertrieb und dem Netz erst im Oktober 2016 unter dem Namen Innogy an die Börse gebracht.

Innogy-Finanzvorstand Bernhard Günther war am Sonntag vergangener Woche Opfer einer Säureattacke geworden. Unbekannte hatten ihn angegriffen und zu Boden geworfen. Sie schütteten ihm Säure ins Gesicht und verschwanden. Günther erlitt schwerste Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr.

(dpa)