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Einzelhandel beklagt herbe Einbußen

Wiesbaden. Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist 2009 so stark gesunken wie seit sieben Jahren nicht mehr. Trotz relativ robuster Kauflaune der Verbraucher sanken die Erlöse der rund 400 000 Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahr um nominal 2,4 Prozent und preisbereinigt um 1,8 Prozent, ermittelte das Statistische Bundesamt

Wiesbaden. Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist 2009 so stark gesunken wie seit sieben Jahren nicht mehr. Trotz relativ robuster Kauflaune der Verbraucher sanken die Erlöse der rund 400 000 Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahr um nominal 2,4 Prozent und preisbereinigt um 1,8 Prozent, ermittelte das Statistische Bundesamt. Einen ähnlich scharfen Rückgang habe es zuletzt im Jahr der Euro-Bargeldeinführung 2002 gegeben. Damals sanken die Umsätze nominal um 2,2 Prozent, preisbereinigt gab es ein Minus von 2,6 Prozent. Auch in diesem Jahr sind die Aussichten für die Branche mit ihren fast 2,9 Millionen Beschäftigten trübe. "2010 wird kein Zuckerschlecken. Die Lage bleibt angespannt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands HDE, Stefan Genth. "Die Folgen der Krise werden uns noch beschäftigen, wenn es für andere Branchen längst wieder bergauf geht", sagte Genth. Preisbereinigt könnte ein Umsatzminus von 0,5 Prozent erreicht werden. Insgesamt erwirtschafteten die Supermärkte, Fachhändler und Kaufhäuser dem HDE zufolge 2009 einen Umsatz von 392,1 Milliarden Euro. Dabei erzielte der Versandhandel dank guter Online-Geschäfte mit 29,1 Milliarden Euro sogar ein Umsatzplus von 1,7 Prozent. Im Weihnachtsgeschäft ist der Einzelhandel laut Genth "mit einem blauen Auge davongekommen". dpa