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Ein neuer Kassenriese

Eisenberg. Der großen Fusion der Krankenkassen im Südwesten steht so gut wie nichts mehr im Wege. Stimmt heute noch der Verwaltungsrat der Saarbrücker IKK Südwest zu, so kann ab 1. Oktober die Gesundheitskasse Südwest starten Von Merkur-Mitarbeiter Lothar Warscheid

Eisenberg. Der großen Fusion der Krankenkassen im Südwesten steht so gut wie nichts mehr im Wege. Stimmt heute noch der Verwaltungsrat der Saarbrücker IKK Südwest zu, so kann ab 1. Oktober die Gesundheitskasse Südwest starten. Die Verwaltungsräte der beiden Ortskrankenkassen, AOK Rheinland-Pfalz und Saarland, haben am Dienstag beziehungsweise gestern grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben. Somit entsteht eine Kasse mit knapp 1,9 Millionen Versicherten in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen sowie mehr als 4500 Mitarbeitern (siehe Grafik).Der Sitz der neuen Kasse soll im pfälzischen Eisenberg liegen, wo bisher schon die AOK Rheinland-Pfalz beheimatet war. Im Saarland sollen zwei Bezirksdirektionen verbleiben, die Direktion Saarland für die saarländischen Versicherten und die Direktion Bund für alle Mitglieder der neuen Kasse, die bisher von der IKK Südwest in Hessen und in anderen Bundesländern außerhalb des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz betreut werden. Außerdem sollen das gemeinsame Call Center und die Abteilung Logistik in Saarbrücken angesiedelt werden. Die Gesundheitskasse Südwest wird zu den zwölf größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands gehören.

Vorstandsvorsitzender der neuen Kasse soll Frank Spaniol (Foto: IKK) werden, der bislang schon die IKK Südwest geleitet hat und seine berufliche Laufbahn bei der AOK Saarland begonnen hat. Die Chefs der AOK Rheinland-Pfalz und Saarland, Walter Bockemühl und Karlheinz Delarber, gehen in den Ruhestand.

Für die Versicherten ändert sich wenig. Alle Geschäftsstellen, die es bisher gibt, sollen auch bei der Gesundheitskasse Südwest erhalten bleiben. "Ein flächendeckendes Geschäftsstellennetz gewährleistet die wohnortnahe Betreuung unserer Versicherten und Arbeitgeber in der Region. Das ist ein klarer Vorteil, den wir nicht leichtfertig aus der Hand geben werden", so eine Sprecherin. Auch die Öffnungszeiten sowie die Ansprechpartner "bleiben unverändert". Keine Probleme gibt es außerdem mit den bisherigen Versicherungskarten. Sie behalten auch nach dem 1. Oktober ihre Gültigkeit. Die Gesundheitskasse Südwest wird - wie die drei bisherigen Kassen auch - keinen Zusatzbeitrag erheben. Dadurch kann auch niemand, dem die Kassenfusion nicht passt, von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.



Die neue Kasse biete einige Vorteile für die Versicherten, so die Sprecherin. Durch die Einrichtung einer Bezirksdirektion Saarland sei sichergestellt, "dass alle anfallenden Entscheidungen vor Ort getroffen werden". Die IKK (Innungskrankenkasse) hat ihre Wurzeln im Handwerk, die AOK ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung, wo von der Historie her die gewerblichen Arbeitnehmer versichert waren.

Die schon seit längerem eingefädelte Fusion konnte erst jetzt beschlossen werden, weil sich nach den Sozialwahlen, die im Frühjahr stattfanden, die jeweiligen Verwaltungsräte neu konstituieren mussten.