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Wem gehört was
Wem das World Wide Web wirklich gehört

 Amazon begann 1994 als Online-Buchhändler. Markenzeichen ist heute das Logo mit dem geschwungenen Pfeil.
Amazon begann 1994 als Online-Buchhändler. Markenzeichen ist heute das Logo mit dem geschwungenen Pfeil. FOTO: dpa / Ina Fassbender
Berlin. Das Internet ist nicht so vielfältig, wie es auf den ersten Blick scheint. Viele Plattformen sind in der Hand weniger Großkonzerne. Von Laura Stoffel

Das World Wide Web hat vieles zu bieten: Jede Menge Nachrichtenseiten, Online-Shops, Filmverleihe und soziale Netzwerke. Doch die große Vielfalt täuscht. Das Angebot ist in der Hand weniger Unternehmen.

Microsoft Corporation Das größte Internetunternehmen nach Marktwert ist derzeit der Hard- und Softwareentwickler Microsoft. Neben dem marktführenden PC-Betriebssystem Windows und den häufig genutzten Programmen der Bürosoftware Microsoft Office gehören dem Unternehmen die Spieleentwickler Xbox Game Studios, sowie der Telefondienst Skype. Das Berufsnetzwerk LinkedIn, das bereits 2003 gegründet wurde, kaufte Microsoft 2016 auf und sicherte sich damit einen Dienst, dessen Internetseite zu den 50 meistaufgerufenen Internetseiten weltweit gehört.



Amazon Der Konzern startete 1994 als Online-Buchhändler und entwickelte sich zum größten Versandhändler der Welt. Neben eigenen Marken wie dem E-Book-Reader Kindle, dem Spracherkennungssystem Echo und den Amazon ­Fire-Geräten, gehört seit 2008 der Hörbuchspezialist Audible dem Unternehmen. Außerdem betreibt Amazon die bekannte Filmdatenbank Internet Movie Database (IMDb) und entwickelte eigene Musik- und Videostreamingdienste, Amazon Music und Amazon Prime Video. Seit vier Jahren ist das Unternehmen auch im Computerspielgeschäft, denn für eine Milliarde US-Dollar kaufte der Konzern die Streamingplattform Twitch, auf der vor allem Videospieler ihre virtuellen Partien übertragen.

Alphabet 2015 beschloss der Google-Konzern eine Rekonstruktion des Unternehmens und organisierte sich unter dem Namen Alphabet Inc. neu. Alphabet betreibt über 70 Dienste und Programme, allen voran die Google-Suchmaschine und die Videoplattform Youtube, zwei der meistbesuchten Internetseiten weltweit. Der Chrome-Browser, der E-Mail-Dienst Gmail und das mobile Betriebssystem Android gehören ebenfalls dazu. Die Firma Nest, die Produkte wie Kameras und Rauchsensoren für das vernetzte Zuhause (Smart Home) herstellt, gehört seit 2018 zu dem Konzern. Alphabet ist außerdem im Geschäft für selbstfahrende Autos. Seit 2016 ist der Entwickler und Hersteller Waymo Teil des Unternehmens, der unter anderem mit Renault-Nissan-Mitsubishi kooperiert. Daneben gehören zehn weitere Unternehmen zu Alphabet wie das Biotechnologieunternehmen Calico, die Cyber-Sicherheitsfirma Chronicle und das Unternehmen Deepmind, das sich auf die Programmierung von künstlicher Intelligenz – selbstständig denkender und lernender Programme – spezialisiert hat.

Facebook Das US-amerikanische Unternehmen mit Sitz in Kalifornien wurde 2004 gegründet und wuchs zu einem der umsatzstärksten Internetkonzerne weltweit. 2012 übernahm das Unternehmen die Fotoplattform Instagram. Zwei Jahre später folgte der Kauf des häufig genutzten Kurznachrichtendienstes Whatsapp. Ein Streit, bei dem es mutmaßlich um den Datenschutz bei Whatsapp ging, führte dazu, dass die beiden Whatsapp-Chefs Jan Koum und Brian Acton Facebook im vergangenen Jahr verließen. Oculus VR, der Entwickler der Virtual-Reality-Brille (Virtuelle Realität) Oculus Rift, wurde 2014 von Facebook aufgekauft.

Apple Inc. Im April 1976 gründeten Steve Jobs, Ron Wayne und Steve Wozniak Apple als Garagenfirma in Kalifornien. Über 40 Jahre später ist es eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Den Posten des Geschäftsführers nach dem Tod von Steve Jobs hat Tim Cook übernommen. Der iPhone-Konzern kauft meist spezialisierte Technologie-Firmen auf, etwa den Hersteller von Spracherkennungsprogrammen Siri (2010) und die israelischen Fotospezialisten Linx (2015). Außerdem gehört der Elektronikhersteller Beats Electronics seit 2014 zu Apple, der unter anderem die Kopfhörer Beats by Dr. Dre verkauft.

Wikimedia Foundation Die Wikimedia-Stiftung ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation (eine gemeinnützige Organisation nach US-amerikanischem Recht) mit Sitz in San Francisco. Die Stiftung hat sich auf die Fahnen geschrieben, freien Zugang zu Wissen im Internet zu fördern. Zu der Organisation gehören die Online-Enzyklopädie Wikipedia und ihre Schwesterprojekte, darunter das Online-Wörterbuch Wiktionary, die Mediendatenbank Wikimedia Commons oder die Plattform Wikibooks, eine Online-Bibliothek für Lehr- und Sachbücher.

Ebay, Netflix und Co. Neben den Unternehmensriesen gibt es noch einige selbstständige Firmen wie den Online-Marktplatz Ebay oder den Videostreamingdienst Netflix. Auch hinter beliebten Apps stehen eigenständige Unternehmen, etwa die Kurznachrichtendienste Snapchat und Twitter sowie Pinterest, eine Online-Pinnwand für Grafiken und Fotografien

 Der Facebook-Schriftzug ist einfach gehalten. Wenige wissen, dass die Fotoplattform Instagram ebenfalls zu dem Konzern gehört.
Der Facebook-Schriftzug ist einfach gehalten. Wenige wissen, dass die Fotoplattform Instagram ebenfalls zu dem Konzern gehört. FOTO: dpa / Richard Drew
 Der angebissene Apfel ist seit jeher das Markenzeichen des iPhone-Konzerns Apple mit Sitz im kalifornischen Cupertino.
Der angebissene Apfel ist seit jeher das Markenzeichen des iPhone-Konzerns Apple mit Sitz im kalifornischen Cupertino. FOTO: dpa / Shawn Thew
 Das bunte Google-Logo kennt die ganze Welt. Dass das Unternehmen zum Mutterkonzern Alphabet gehört, ist weniger bekannt. 
Das bunte Google-Logo kennt die ganze Welt. Dass das Unternehmen zum Mutterkonzern Alphabet gehört, ist weniger bekannt.  FOTO: dpa / Christoph Dernbach
 Das Microsoft-Logo hat sich über die Jahre immer wieder verändert. Erst seit Kurzem gehören die vier Windows-Kacheln dazu.
Das Microsoft-Logo hat sich über die Jahre immer wieder verändert. Erst seit Kurzem gehören die vier Windows-Kacheln dazu. FOTO: dpa / Matthias Balk
 Die gemeinnützige Wikimedia-Stiftung betreibt allen voran die Online-Enzyklopädie Wikipedia und deren Tochterprojekte.
Die gemeinnützige Wikimedia-Stiftung betreibt allen voran die Online-Enzyklopädie Wikipedia und deren Tochterprojekte. FOTO: Martin Trappen