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Kommentar
Die deutschen Firmen sollten Vorsorge treffen

Kommentarkopf Lothar Warscheid
Kommentarkopf Lothar Warscheid FOTO: SZ / Robby Lorenz
Noch ist die Gefahr nicht groß, dass es mit der weltweiten Konjunktur und damit auch mit der exportorientierten deutschen Wirtschaft abwärts geht. Die Drohkulissen von US-Präsident Donald Trump und die Strafzölle auf zahlreiche chinesische Produkte sowie auf Stahl und Aluminium aus Europa scheinen ihre unselige Wirkung noch nicht zu entfalten. Von Lothar Warscheid

Mancher mag hoffen, dass Trump sich zwar häufig wie ein wild gewordener Primatenaffe benimmt, seine politische Handlungsfähigkeit im amerikanischen Demokratie-System jedoch begrenzt ist. Doch diese Hoffnung kann trügen. Auch wenn nichts so heiß gegessen wie gekocht wird, sollten sich die Unternehmen auf mehr Protektionismus einstellen und Vorsorge treffen. Das muss nicht heißen, dass eine Defensivstrategie gefahren wird. Das kann auch bedeuten, sich neue Märkte zu erschließen. Denn viele große Schwellenländer wie Brasilien, Russland, Indien oder Südafrika – aber auch China – wollen ihre Wirtschaft weiter modernisieren und vertrauen dabei immer noch deutscher Industrietechnik. Das bedeutet für die Firmen auch, dieses Level zu halten. Wenn Produkte begehrt sind, finden sie auch einen Weg zum Käufer – trotz Zoll- und Bürokratieschranken.