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DGB warnt vor zu viel Leiharbeit in Rheinland-Pfalz

Mainz. Der DGB hat vor einem weiteren Anstieg der Leiharbeit in Rheinland-Pfalz gewarnt. "Leiharbeit verdrängt immer mehr regulär Beschäftigte", sagte der Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Dietmar Muscheid, am Freitag in Mainz. Er berief sich bei seiner Kritik auf eine DGB-Studie, nach der die Leiharbeit in Rheinland-Pfalz zunimmt

Mainz. Der DGB hat vor einem weiteren Anstieg der Leiharbeit in Rheinland-Pfalz gewarnt. "Leiharbeit verdrängt immer mehr regulär Beschäftigte", sagte der Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Dietmar Muscheid, am Freitag in Mainz. Er berief sich bei seiner Kritik auf eine DGB-Studie, nach der die Leiharbeit in Rheinland-Pfalz zunimmt. Zwischen 2009 und September 2010 stieg demnach die Zahl der Beschäftigten um fast 10 000.Zu dem Zeitpunkt haben laut DGB rund 30 000 Menschen im Land in diesem Sektor gearbeitet. Aktuellere Zahlen liegen laut Gewerkschaft nicht vor. Neben der anziehenden Konjunktur sei auch die Liberalisierung gesetzlicher Vorgaben ein Grund für diesen Trend.

Die Leih- und Zeitarbeit werde von den Firmenchefs nicht mehr vorrangig dazu eingesetzt, um Auftragsspitzen abzufangen, beklagte Muscheid. Vielmehr werde die Leiharbeit inzwischen benutzt, um Lohndumping zu betreiben. Leiharbeiter verdienten im Durchschnitt rund 30 Prozent weniger als ihre fest angestellten Kollegen. Darum müssten sie ihr knappes Gehalt häufig durch Sozialleistungen wie Hartz IV aufstocken. Der starke Anstieg der Leiharbeiter sei relativ, erklärte Claudia Grundhöfer von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Rund 30 000 Leiharbeiter seien nur wenig mehr als vor der Finanzkrise im Sommer 2008. dpa