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Verbraucher
Deutsche haben vergangenes Jahr mehr eingekauft

Die Konsumenten in Deutschland haben 2017 unter anderem mehr Geld für Schuhe ausgegeben.
Die Konsumenten in Deutschland haben 2017 unter anderem mehr Geld für Schuhe ausgegeben. FOTO: Maja Hitij / dpa
Wiesbaden. Die Gehälter steigen, und auf der Bank gibt es keine Zinsen: Die Menschen in Deutschland geben daher lieber mehr Geld aus.

Den Deutschen sitzt das Geld lockerer denn je: Im vergangenen Jahr haben die privaten Haushalte ihre Konsumausgaben so stark gesteigert wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Angetrieben von niedrigen Zinsen, einer starken Wirtschaftsentwicklung und günstigen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt gaben die Menschen in Deutschland rund 1,64 Billionen Euro für ihre eigenen Bedürfnisse aus, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Das waren 3,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor und damit der höchste Anstieg seit 1994, erläuterte die Behörde. In der Zahl sind auch die in der Jahresfrist gestiegenen Preise enthalten. Ohne diesen Effekt (preisbereinigt) wuchsen die Ausgaben um 1,9 Prozent.

Unter anderem kauften die Menschen Autos und andere langlebige Güter, steckten Geld in ihre Wohnungen und leisteten sich hochwertigere Nahrungsmittel. Besonders stark war der Zuwachs bei Schuhen und Bekleidung (nominal plus 5,9 Prozent). Zudem gaben die Deutschen mehr Geld für Autos (plus 8,6 Prozent) und Kraftstoffe aus (plus 7,8 Prozent) sowie für Nahrungsmittel, Getränke und Tabak (plus 3,8 Prozent). Die Aufwendungen für Wohnungen stiegen trotz des Mangels in vielen Städten nur unterdurchschnittlich: Inklusive Nebenkosten wuchsen sie um 2,7 Prozent.



Der private Konsum gilt als wichtige Stütze des langjährigen Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland. Dabei gaben die Menschen keineswegs ihr ganzes verfügbares Einkommen aus, dessen Gesamtbetrag die Statistiker für 2017 auf 1,88 Billionen Euro bezifferten. Die Sparquote stieg leicht auf 9,9 Prozent (2016: 9,7 Prozent).

Auf EU-Ebene machen die deutschen Konsumausgaben rund ein Fünftel aus. Pro Kopf liegen die Deutschen allerdings nur im Mittelfeld hinter den skandinavischen Bürgern, den Briten oder den Luxemburgern.