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Deutsche Bank
Der Geduldsfaden ist gerissen

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Volker Meyer zu Tittingdorf

Unbarmherzig tickt die Uhr. Offenbar läuft die Zeit für John Cryan ab. Wenn schon Gerüchte über eine Nachfolgesuche an die Öffentlichkeit dringen, ist ein Wechsel voraussichtlich nur eine Frage der Zeit. Die Lage für den Chef wird aber auch immer schwieriger. Drei Jahre amtiert er, und die Erfolge halten sich in Grenzen. Die teuersten juristischen Folgen der Finanzkrise hat er zwar abgeräumt, aber die Frage nach einer profitablen Strategie ist weiterhin offen. Hier und da wurde einiges verändert, aber eine Linie, wohin sich Deutschlands größtes Geldhaus entwickeln soll, ist nicht erkennbar. Andere Großbanken in Europa und erst recht in den USA sind deutlich erfolgreicher unterwegs. Mit welcher Botschaft will Cryan auf der Hauptversammlung im Mai vor die Aktionäre treten? Will er wieder nur um Geduld bitten? Dem Aufsichtsrat reicht es jetzt offenbar. Vielleicht hat die Bank im Mai schon einen neuen Chef.