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Wohl kein Zentrum am Flughafen Ensheim
DB Schenker auf dem Rückzug

Ensheim. Der Logistiker sieht kaum noch Chancen für Zentrum am Flughafen Ensheim. Von Jörg Wingertszahn

Die Chancen für eine Ansiedlung des Logistikunternehmens DB Schenker nördlich des Flughafens in Ensheim sind nur noch verschwindend gering. Angesichts mangelnder politischer Unterstützung sehe sein Unternehmen keine große Zukunft für den Standort in Ensheim, sagte der Saarbrücker Niederlassungsleiter Peter Maas. Schenker prüfe nun eine Ansiedlung in St.Ingbert. Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen sprachen sich bei einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend klar gegen die Pläne aus. Grünen-Fraktionschef Torsten Reif sagte, „die durch den zusätzlichen Lkw-Verkehr entstehende Umwelt- und Lärmbelastung, insbesondere für die Anwohner im Bereich der Heringsmühle, wäre unzumutbar“. Aus Sicht der Grünen-Fraktion sollten die Ansiedlungspläne vom Tisch sein. Der Fraktionschef der CDU im Saarbrücker Stadtrat, Peter Strobel, nannte die Pläne „denkbar schlecht“. Die CDU-Fraktion werde den Plänen nicht zustimmen. Der baupolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Günther Karcher, mahnte dazu, den Güterverkehr grundsätzlich stärker auf die Schiene zu verlegen.

DB Schenker plant, von Güdingen nach Ensheim umzuziehen, weil das Unternehmen mehr Platz brauche. Schenker will dort ein großes Logistikzentrum aufbauen, um die Märkte in Frankreich, Spanien und Portugal beliefern zu können. Gegen die Pläne hatte sich die „Bürgerinitiative Schenker“ gegründet, die große Belastungen durch den zusätzlichen Lkw-Verkehr befürchtet. DB Schenker geht davon aus, dass rund 200 Lkw täglich über die Heringsmühle in Ensheim fahren werden, weitere 400 Lkw über die sogenannte Staffel nach St. Ingbert. Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Yve Brück, warf DB Schenker vor, dass die Pläne „auf Kosten unserer Gesundheit“ gingen.