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Peking reagiert auf Streit mit den USA
China rüstet sich für den Handelskrieg

An den Börsen in China macht sich vor dem zu erwartenden Handelskonflikt mit den USA Nervosität breit. Der wichtige HangSeng-Index fiel binnen Monatsfrist von 31 500 auf 28 900 Punkte.
An den Börsen in China macht sich vor dem zu erwartenden Handelskonflikt mit den USA Nervosität breit. Der wichtige HangSeng-Index fiel binnen Monatsfrist von 31 500 auf 28 900 Punkte. FOTO: dpa / Mark Schiefelbein
Peking. Während Investoren nervös werden und Aktien verkaufen, will die chinesische Notenbank die Währung stabil halten. dpa

() China bereitet sich auf eine Eskalation im Handelskonflikt mit den USA vor. Angesichts der jüngsten Schwäche der chinesischen Währung versicherte gestern die Notenbank in Peking, einem Kursverfall des Yuan nicht tatenlos zusehen zu wollen. Die chinesische Wertpapieraufsicht bereitet sich darauf vor, auf Turbulenzen an den Märkten zu reagieren. Chinas Zensur wies zudem die staatlich kontrollierten Medien an, die Gefahren eines Handelskrieges zwischen den beiden größten Volkswirtschaften „herunterzuspielen“, wie die „China Digital Times“ aus den Instruktionen zitierte.

So nannten Zeitungen die jüngsten Kursverluste an Chinas Börsen „irrational“ und eine „Überreaktion“. Investoren wurden gedrängt, angesichts der drohenden Eskalation nicht in Panik zu verfallen. An diesem Freitag sollen Sonderzölle der USA von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft treten. Abgaben auf weitere chinesische Waren im Wert von 16 Milliarden sollen am 13. Juli erwogen werden und könnten Anfang August in Kraft treten. Im Gegenzug hat China umgehende Strafzölle auf Importe aus den USA in ähnlicher Höhe angekündigt. Kommt es zu der Vergeltung, hat US-Präsident Donald Trump weitere Sonderabgaben auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar angedroht. Damit wäre die Hälfte aller Ausfuhren aus China in die USA betroffen.

Nach den starken Kursverlusten an Chinas Aktienmärkten fiel der Hang Seng-Index um über drei Prozent auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten. Er erholte sich im Laufe des Handels leicht und schloss mit einem Minus von 1,71 Prozent. Die Aussage der chinesischen Notenbank, die Währung stabil halten zu wollen, habe die Laune der Anleger verbessert, erklärten Händler. „Die Investoren sind aber weiter risikoscheu, indem sie vor dem Termin für das Inkrafttreten der Zölle der USA ihre Aktien verkaufen“, sagte Ben Kwong von KGI Securities.



Die chinesische Währung war erheblich unter Druck geraten. Fachleute nennen hierfür den Handelskonflikt mit den USA und steigende Zinsen in den Vereinigten Staaten. Es wird aber auch auf wirtschaftliche Schwächen in China selbst verwiesen, etwa konjunkturelle Bremsspuren. Der Kurs des Yuan bewegt sich nicht frei. Die Notenbank gibt jeden Tag ein Kursniveau vor, um das sich der Kurs in einer festen Bandbreite bewegen darf.

Beobachter wiesen darauf hin, dass ein schwacher Yuan allerdings auch helfen könnte, Chinas Exporte zu verbilligen und so die Auswirkungen eines Handelskrieges aufzufangen. In der Eskalation des Handelsstreits will China Stabilität wahren. Die Staatsmedien dürfen nur mit Genehmigung Äußerungen von US-Präsident Trump, anderen US-Regierungsvertretern und Berichte aus US-Medien verbreiten.