| 22:52 Uhr

Entspannung im Handelsstreit
Chinas Zentralbank stabilisiert den Yuan

 Der chinesische Yuan hatte sich in den vergangenen Tagen stark abgewertet.
Der chinesische Yuan hatte sich in den vergangenen Tagen stark abgewertet. FOTO: dpa / Uncredited
Washington. China hat den Wert seiner Währung stabilisiert. Das deutet darauf hin, dass das Land der Mitte auf die neuen US-Zölle nicht mit einer aggressiven Abwertung reagieren wird. Am Dienstag fiel der Kurs zunächst auf 7,0562 Yuan je Dollar, bevor er sich etwas erholte auf 7,0297 Yuan. ap

Am Vortag hatte China den Yuan auf ein Elf-Jahres-Tief fallen lassen, der Kurs durchbrach die politisch heikle Marke von sieben Yuan je Dollar. Die US-Regierung bezichtige China daraufhin erstmals seit 1994 offiziell der Währungsmanipulation, was den Weg zu weiteren Sanktionen ebnen könnte.

Die chinesische Zentralbank bestritt, den Wechselkurs auf unlautere Weise zu manipulieren. Nach ihrer Darstellung sind Marktkräfte der Grund für den Wertverlust des Yuan. Notenbankgouverneur Yi Gang versuchte, Investoren zu beruhigen. Er versprach, „Wechselkurse nicht für Wettbewerbszwecke zu nutzen“. Aufgabe der Zentralbank bleibe, die „grundlegende Stabilität“ des Yuan „auf einem vernünftigen und ausgeglichenen Niveau zu gewährleisten“.

US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche weitere Zölle auf chinesische Importe angekündigt, die am 1. September wirksam werden sollen. Zuvor war die letzte Runde der Handelsgespräche zwischen China und den Vereinigten Staaten in Shanghai ergebnislos beendet worden.



Ein niedriger Wechselkurs des Yuan verbilligt chinesische Exportgüter und federt den Schaden durch die US-Sonderzölle etwas ab. Aus Sicht der amerikanischen Regierung führt ein schwacher Yuan zu unfairen, niedrigen chinesischen Exportpreisen, schadet ausländischen Wettbewerbern und lässt Pekings Handelsbilanzüberschuss wachsen.

Der Konflikt hat auch Auswirkungen auf die Börsen in Deutschland. Der Dax fiel auf den tiefsten Stand seit Ende März. Der deutsche Leitindex schloss am Dienstag 0,78 Prozent tiefer bei 11 567,96 Punkten. Bereits am Freitag und zu Wochenbeginn hatte der Streit die Kurse auf Talfahrt geschickt.