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„Bremsspuren im Chemie-Geschäft“
Chemie-Industrie schaut pessimistisch in die Zukunft

Ludwigshafen. Zunehmende politische Unsicherheiten lassen die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz pessimistischer in die Zukunft blicken. „Die Geschäftslage trübt sich ein“, befand der Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände Rheinland-Pfalz, Bernd Vogler, gestern in Ludwigshafen.

Die Erträge gingen zurück, die Verunsicherung bei den Unternehmen wachse. Als Gründe nannte Vogler den eskalierten Handelsstreit zwischen China und den USA sowie den nach wie vor unklaren Ausgang des Brexits. Hierzu steht im Dezember noch eine wichtige Abstimmung des britischen Parlaments über das von London und der Europäischen Union dafür ausgehandelte Abkommen an.

Von Januar bis September dieses Jahres fuhr die chemische Industrie im Land demnach ein Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro ein. „Seit August erleben wir allerdings erste Bremsspuren im Chemie-Geschäft“, sagte Vogler. Einer Mitgliederumfrage des Verbands zufolge rechnen sieben von zehn Betrieben mit einem Rückgang der Gewinne im Vergleich zu 2017. Einzig die Pharmabranche profitiere von einer großen Nachfrage nach einzelnen Produkten im Ausland, das Inlandsgeschäft ist den Angaben zufolge aber auch hier rückläufig.

Sorgen macht den Unternehmen angesichts des großen Exportanteils der Branche auch der stockende Ausbau von Transportwegen. „Die Landesregierung will unserem Bedarf der Rheinvertiefung nachkommen. Doch dazu braucht es mehr Unterstützung aus Berlin“, mahnte Vogler.



(dpa)