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Arbeitsagentur zieht Bilanz
Chancen auf Arbeit in der Region steigen

Mainz/Saarbrücken. Die Arbeitslosigkeit in der Region geht weiter zurück. Zugleich suchen viele Unternehmen nach mehr Personal, weil mehr Aufträge eingehen.

Das aufziehende Frühjahr hat dem Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz Schwung verliehen. Die Zahl der Menschen ohne Job ist im März deutlich gesunken, wie die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Agentur für Arbeit am Donnerstag berichtete. Insgesamt waren 103 300 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, das sind 4300 oder 4,0 Prozent weniger als im Februar. Im Vergleich zum März 2017 entspricht das einem Rückgang von 8,4 Prozent oder rund 9500 Arbeitslosen.

Die Arbeitslosenquote lag zuletzt im Land bei 4,7 Prozent. Im Februar hatte sie bei 4,9 Prozent gelegen, im März 2017 bei 5,1 Prozent. „Im März konnten alle Personengruppen vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren“, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Heidrun Schulz. „Das ist ein positives Signal.“ Die Unternehmen böten mehr freie Stellen an als ein Jahr zuvor.

Im März waren der Behörde 39 900 Arbeitsstellen als nicht besetzt gemeldet. Das ist ein Plus von 4000 oder 11,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Die meisten Arbeitnehmer wurden von Zeitarbeitsunternehmen gesucht (13 500), aber auch das Verarbeitende Gewerbe (4000) und der Handel (3900) hatten großen Bedarf.



Für den Ausbildungsmarkt zog die Regionaldirektion eine erste Bilanz. Seit Oktober hatten gut 20 000 Jugendliche die Berufsberatung bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet. Das waren rund 850 weniger als ein Jahr zuvor. Rein rechnerisch kämen auf 100 Bewerber etwa 115 Ausbildungsstellen. „Derzeit haben Jugendliche sehr gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt“, sagte Schulz. Ende März waren noch 11800 junge Menschen auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.

Bei den Geschlechtern gibt es weiterhin große Unterschiede, welche Berufe für eine Ausbildung gefragt sind. Bei den Frauen dominieren der Arbeitsagentur zufolge Ausbildungen wie Kauffrau Büromanagement, Verkäuferin oder Medizinische Fachangestellte, bei den jungen Männern stehen Kfz-Mechatroniker für Pkw-Technik, Verkäufer oder Kaufmann hoch im Kurs.

„Trotz der im Ländervergleich guten Situation auf dem Arbeitsmarkt in unserem Land hat die Unterstützung von Jugendlichen beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf für uns höchste Priorität“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Das Land fördere deshalb Projekte: 31 „Jobfüxe“ sollen ab dem 1. Juli Schüler mit dem Bildungsgang „Berufsreife“ begleiten. 18 „Jugendscouts“ sollen sich um sozial benachteiligte oder beeinträchtigte Jugendliche unterstützen.

Arbeitsuchende haben in unserer Region gute Karten: Auf 100 Bewerber kommen 115 freie Stellen.
Arbeitsuchende haben in unserer Region gute Karten: Auf 100 Bewerber kommen 115 freie Stellen. FOTO: Bernd Wüstneck / picture alliance / dpa