| 22:20 Uhr

Plätze investieren in Modernisierung
Camping-Boom im Südwesten

 Campingurlaub boomt in Rheinland-Pfalz auch in diesem Jahr. Im ersten Quartal des Jahres gab es 73 989 Übernachtungen auf den Campingplätzen des Landes.
Campingurlaub boomt in Rheinland-Pfalz auch in diesem Jahr. Im ersten Quartal des Jahres gab es 73 989 Übernachtungen auf den Campingplätzen des Landes. FOTO: dpa / Jens Büttner
Mainz. Urlaub in Campingmobilen ist angesagt und auch Auszeiten im Zelt kommen in Mode. Das freut die Campingplätze im Südwesten. Um attraktiv zu bleiben investierten sie zuletzt stark in ihr Angebot.

(dpa) Campingurlaub wird in Rheinland-Pfalz und dem Saarland immer populärer – die Übernachtungszahlen steigen seit Jahren. Entsprechend positiv blickt die Branche auf die anstehende Saison. „Wir freuen uns jetzt auf drei hoffentlich gute Wochen“, sagte der Geschäftsführer des Campingplatzverbandes Rheinland-Pfalz und Saarland Heinrich Lang der Deutschen Presse-Agentur. Nun stehen für die Campingbetriebe die besucherstarken, verlängerten Feiertagswochenenden Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam an.

Die Wärme rund um die Osterzeit bescherte den Campingplätzen bereits einen starken Saisonstart. „Die Zahlen haben das Vorjahresgeschäft noch übertroffen“, sagte Lang mit Blick auf die Übernachtungszahlen an Ostern. Allerdings ist die Branche stark wetterabhängig, so dass die Campingplätze zuletzt eine schwächelnde Nachfrage spürten. „So kalt wie die letzten Tagen, das bekommt uns nicht sehr“, sagte Lang.

Den Trend zum Campingurlaub belegen auch Zahlen der Statistik-Behörden. Im ersten Quartal des Jahres gab es demnach auf rheinland-pfälzischen Campingplätzen 73 989 Übernachtungen. Das entspricht einer Steigerung von 11,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilte. Die Behörde in Saarbrücken verbuchte im selben Zeitraum 4732 Übernachtungen auf saarländischen Campingplätzen. Dort seien es mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum, sagte eine Sprecherin. Das Ostergeschäft ist in beiden Statistiken noch nicht berücksichtigt.



Damit setzt sich fort, was schon im gesamten Vorjahr im Südwesten abzulesen war: In Rheinland-Pfalz stieg die Zahl der Übernachtungen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 2,76 Millionen. Die saarländischen Campingplätze verzeichneten sogar eine Steigerung um 12,0 Prozent auf 144 206 Übernachtungen. „Wir sind uns bewusst, dass wir möglicherweise die wahnsinnig guten Ergebniszahlen aus dem Vorjahr nicht erreichen können“, sagte Lang. Sollte es einen Rückgang geben, wäre es aber kein Anlass zur Sorge, hieß es.

Dem Verband zufolge profitieren die Campingplätze im Land von der Entwicklung, wonach Deutschlandurlaub insgesamt beliebter wird. „Die Leute bleiben verstärkt hier, zumindest in den Kurzurlauben“, sagte Lang. Gleichzeitig boome die Outdoor-Branche. Die Zulassungsstellen würden zweistellige Zuwachszahlen für Campingmobile verzeichnen – und auch der Urlaub im Zelt erfahre eine Renaissance, erklärte Lang. „Bei uns platzen die Zeltwiesen aus allen Nähten.“

Vor allem an Rhein, Mosel, Lahn und Saar ist Camping beliebt – aber auch in den Mittelgebirgen gibt es viele Campingplätze. Neben Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil seien bei den Campern auch eher ungewöhnliche Unterkünfte gefragt, weiß Matthias Weber, Betreiber eines Campingplatzes im Westerwald. Dazu gehören demnach Schlaffässer, Mobilheime und Schäferwagen. Diese Angebote spreche auch eine neue Zielgruppe an, die mit Camping eigentlich gar nichts am Hut habe, sagt auch Verbandssprecher Lang.

Camping mit glamourösem Anspruch, sogenanntes Glamping, ist ebenfalls ein Trend. Er spielt auf den Plätzen der mehr als 100 Mitgliedsbetriebe in Rheinland-Pfalz und dem Saarland nach Verbandsangaben aber kaum eine Rolle.

Stattdessen investierten viele Campingplätze zuletzt in bestehende Angebot und Qualität. Schließfächer etwa für Fahrradakkus gehören mittlerweile vielerorts zum Standard wie WLAN. „Ohne WLAN geht gar nichts mehr“, sagte Lang.

(dpa)