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Brüssel will Glyphosat für weitere 18 Monate zulassen

Brüssel. Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat dürfte in Europa wahrscheinlich auch nach dem Stichtag Ende Juni erlaubt bleiben. Die EU-Kommission strebt eine Verlängerung der Zulassung für bis zu anderthalb Jahre an, wie der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, sagte. Agentur

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Mit der Verlängerung für zwölf bis 18 Monate will die EU-Kommission Zeit gewinnen, um ein Gutachten der europäischen Chemikalienagentur Echa abzuwarten. Die Kommission wollte eigentlich eine Neuzulassung für 15 Jahre erreichen, ist damit bisher aber gescheitert, weil die nötige Mehrheit unter den EU-Staaten nicht zustande kam. Das lag auch daran, dass sich Deutschland enthalten musste, weil die SPD gegen die Neuzulassung ist. Andriukaitis kündigte für den nächsten Montag eine Abstimmung im Kreis der EU-Staaten über die Verlängerung an. Falls dort nicht die nötige Mehrheit zustande kommt, gibt es ein zweites Treffen mit nationalen Experten. Gibt es auch dort keine Lösung, würde normalerweise die EU-Kommission entscheiden - und die Behörde plädiert entschieden für eine Verlängerung. Am liebsten würde er die Mitgliedsstaaten aber "an Bord" halten, wie Andriukaitis sagte. Andriukaitis erinnerte daran, dass es nationalen Regierungen frei stehe, Produkte, die Glyphosat enthalten, zu verbieten. Sie könnten die Nutzung auch beschränken, zum Beispiel den Einsatz zur Beschleunigung der Getreidereifung kurz vor der Ernte untersagen.