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Euro-Reformen gefordert
Brüssel sieht Banken weniger durch faule Kredite belastet

Brüssel. Angesichts des Rückgangs von Problemkrediten in Europas Bankbilanzen fordert die EU-Kommission rasche Fortschritte bei der Vertiefung der Eurozone. EU-Währungskommissar Valdis Dombrovskis verlangte von den EU-Staaten, beim Gipfel im Dezember Schritte hin zu mehr Risikoteilung im Finanzsektor zu beschließen. dpa

Dies mache Europa widerstandsfähiger gegen künftige Krisen. Der Anteil „fauler“ Kredite sei zum Ende des zweiten Quartals 2018 auf 3,4 Prozent gesunken, teilte die Brüsseler Behörde mit. Er nähere sich damit dem Niveau vor der schweren Finanzkrise vor rund zehn Jahren an. Im zweiten Quartal 2017 betrug die Gesamtquote von Krediten, deren Rückzahlung gefährdet ist, noch 4,6 Prozent.

Als notleidend gilt ein Kredit, wenn anfallende Zahlungen nicht mehr geleistet werden können. Während der Finanzkrise in den Jahren nach 2008 waren viele Kreditnehmer nicht mehr in der Lage, ihre Darlehen zurückzuzahlen, etwa wegen des Verlusts ihres Arbeitsplatzes oder wegen Unternehmenspleiten. In der Folge konnten Banken nicht mehr genügend neue Kredite an Firmen oder Privatleute vergeben.

Zwischen den einzelnen Staaten gibt es allerdings nach wie vor große Unterschiede. Am stärksten belastet sind Banken in Griechenland mit rund 45 Prozent „fauler“ Kredite. Am besten sieht es in Luxemburg mit 0,6 Prozent aus. EU-weit beliefen sich die „faulen“ Kredite Ende Juni auf 820 Milliarden Euro – gegenüber 950 Milliarden ein Jahr zuvor.