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Bosch beendet Kurzarbeit

Homburg. Seit September gibt es im Bosch-Dieselpumpen-Werk in Homburg keine Kurzarbeit und keine Arbeitszeitverkürzung mehr. Das sagte gestern der kaufmännische Direktor des Werks, Franz Folz. Auch bei Bosch-Rexroth ist die Kurzarbeit massiv reduziert. Hier seien nur noch 55 Mitarbeiter in Kurzarbeit, sagte der technische Werksleiter, Volker Sauer Von Merkur-Mitarbeiter Joachim Wollschläger

Homburg. Seit September gibt es im Bosch-Dieselpumpen-Werk in Homburg keine Kurzarbeit und keine Arbeitszeitverkürzung mehr. Das sagte gestern der kaufmännische Direktor des Werks, Franz Folz. Auch bei Bosch-Rexroth ist die Kurzarbeit massiv reduziert. Hier seien nur noch 55 Mitarbeiter in Kurzarbeit, sagte der technische Werksleiter, Volker Sauer. Er sei zuversichtlich, dass auch hier bis Jahresende wieder voll gearbeitet werde, sagte er.Angesichts der starken Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Automobilhersteller hatte Bosch bereits Anfang Januar des vergangenen Jahres einen erheblichen Teil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Seit März 2009 waren 3000 Mitarbeiter von Bosch-Diesel in Kurzarbeit, bei Bosch-Rexroth arbeitete auf dem Höhepunkt der Krise die gesamte Mannschaft von 800 Mitarbeitern kurz. Insgesamt beschäftigt Bosch am Standort rund 6000 Mitarbeiter. Das vorzeitige Ende der bis Ende 2010 angekündigten Kurzarbeit ist einer unerwarteten Erholung des Lkw-Marktes zu verdanken. "Der Pkw-Markt hat bereits Anfang des Jahres zugelegt, seit Mitte des Jahres sind wir dort voll ausgelastet", sagt Folz. "Der Lkw-Markt dagegen hat sich erst nach der Sommerpause merklich stabilisiert."Aktuell sei das Werk weitgehend ausgelastet, allerdings hätten mehrere Zulieferer Probleme, ihre Kapazitäten schnell genug wieder hochzufahren. Im Gegensatz zu Bosch hätten viele ihre Mitarbeiterzahl und Produktionskapazität nicht auf dem Vorkrisenniveau halten können, sagte Thomas Gönner, technischer Direktor im Homburger Werk. "Niemand ist von einem so schnellen Aufschwung 2010 ausgegangen", sagte Folz.Ganz entspannt ist die Situation allerdings noch nicht, denn die Erholung ist noch nicht gefestigt. "Das Wachstum im Pkw-Bereich kommt zurzeit vornehmlich aus dem Export", sagt Folz. Hier gebe es noch viele Unsicherheitsfaktoren. Allerdings verbessere sich die Situation im Lkw-Markt stetig. Das Bosch-Werk in Homburg stellt vornehmlich Diesel-Pumpen für Pkw- und Lkw-Motoren her. Bosch-Rexroth fertigt Hydraulik- und Pneumatik-Systeme für Industrie- und Landmaschinen.Die positive Nachricht kommt zu einem guten Zeitpunkt, denn am 3. Oktober feiert das Werk Homburg ein Jubiläum. Vor 50 Jahren ist nämlich die damalige Feintechnik AG, in der auch bereits Dieselpumpen gefertigt wurden, von Bosch übernommen worden. Seitdem hat sich das Homburger Werk zum Leitwerk in der Dieseltechnologie entwickelt. Seit den 80er Jahren profitiert Homburg vom zunehmenden Erfolg der Diesel-Technik, die seit der Entwicklung der Hochdruck-Technologie (Common Rail) Ende der 90er Jahre noch einmal einen besonderen Schub bekommen hat. Meinung

Mit alter Stärke



Von Merkur-MitarbeiterJoachim Wollschläger Dass Bosch in Homburg vorzeitig die Mitarbeiter wieder aus der Kurzarbeit holt, mag auch dem bevorstehenden Jubiläum geschuldet sein. Ohne Kurzarbeit ist die Feierlaune sicher größer. Doch auch so ist das Signal ein gutes, denn es zeigt, dass die Autoindustrie wieder zur alten Stärke zurückfindet und damit das Saarland wieder an Wirtschaftskraft gewinnt. Das Instrument der Kurzarbeit hat sich offensichtlich bewährt. Denn gerade weil Bosch seine hoch qualifizierten Mitarbeiter an Bord gehalten hat, kann das Werk jetzt auf die überraschend schnell gestiegene Nachfrage mit einer leistungsfähigen Mannschaft reagieren.