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Branche feiert Rekord-Umsätze
Bio boomt: Jeder Zweite kauft Öko-Lebensmittel

 Julia Klöckner (CDU) sieht in Sachen Bio kein Ende der Fahnenstange.   Foto: dpa
Julia Klöckner (CDU) sieht in Sachen Bio kein Ende der Fahnenstange. Foto: dpa FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Zweibrücken/Berlin. Sie schonen die Natur und sind gut für das Gewissen: Biolebensmittel sind gefragt wie nie. Die Branche verzeichnet Rekord-Umsätze.

Insekten sterben, Biotope verschwinden, Nitrat sickert ins Grundwasser und die Erde wird wärmer und wärmer. Themen, die früher nur „Ökos“ interessierten, sind heute mitten in der Gesellschaft angekommen. Auch das dürfte erklären, warum immer mehr Menschen sich für ökologisch erzeugte Produkte entscheiden. Das aktuelle Ökobarometer der Bundesregierung zum Konsum von Biolebensmitteln in Deutschland zeigt, dass inzwischen jeder Zweite angibt, regelmäßig Bioprodukte zu kaufen – 2018 waren es nur 28 Prozent.

Eine enorme Steigerung, die wohl auch damit zu tun hat, dass Ökoprodukte inzwischen überall zu haben sind – im Bioladen, im Supermarkt und auch beim Discounter – in stetig wachsender Vielfalt.

Mehr als 90 Prozent der befragten Bürger geben an, in Zukunft zumindest ab und an zur Biovarian­te greifen zu wollen. Tendenz: steigend. Das gilt auch für den Umsatz, den die Branche laut BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) inzwischen macht: Dieser lag 2019 bei fast zwölf Milliarden Euro. Ein Plus von knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.



Angesichts der Entwicklung satteln immer mehr Bauern in der Republik verstärkt auf Öko um. Jeder achte bewirtschaftet seinen Hof laut BÖLW inzwischen ökologisch. 2019 stieg die Zahl der Bio-Betriebe um 6,3 Prozent auf fast 34 000, insgesamt kommen sie auf einen Anteil von 12,6 Prozent.

„Deutschland hat immer noch den größten Biomarkt in der EU – und der Aufwärtstrend hält an“, sagt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU).

In Rheinland-Pfalz bewirtschaften inzwischen rund 1600 Biobetriebe 10,5 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch. Die Öko-Fläche ist damit laut Mainzer Umweltministerium fast doppelt so groß wie noch im Jahr 2010.