| 21:51 Uhr

Hauptstadt-Investitionsloch
Berliner Flughafen BER fehlt bis zu eine Milliarde Euro

Berlin. Bis zu eine Milliarde Euro fehlt einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge für Ausbau und Inbetriebnahme des neuen Berliner Hauptstadtflughafens BER. Einen entsprechenden Finanzbedarf aufgrund einer ersten Schätzung teilte die BER-Geschäftsführung demnach dem Aufsichtsrat mit. Ein Flughafensprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Er verwies lediglich auf eine Aufsichtsratssitzung im März, bei der über die Finanzierung entschieden werde.

Auch vonseiten der Gesellschafter wurde auf die Sitzung des Kontroll­gremiums in einigen Wochen verwiesen: „Wir gehen davon aus, dass bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung im März sowohl der Finanzbedarf solide ermittelt sowie eine verlässliche Finanzplanung erarbeitet sein wird“, sagte die Berliner Senatssprecherin Claudia Sünder.

Neben Berlin zählen auch Brandenburg und der Bund zum Kreis der Gesellschafter. Während das Bundesverkehrsministerium den Bericht nicht kommentierte, teilte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) auf Anfrage mit: „Das einzige, was in der FBB (Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg) zu klappen scheint, ist die ständige Kreation immer neuer Bedarfe.“ Geld dafür sei aber nicht vorhanden.

Schon im Dezember hatte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup angekündigt, durch die abermals verzögerte Eröffnung werde zusätzliches Geld gebraucht. Der „Bild am Sonntag“ zufolge liegen allein die Kosten für den Baustellenbetrieb und die Einnahmeausfälle bei rund 25 Millionen Euro pro Monat, das seien rund 750 Millionen Euro bis zur geplanten Eröffnung im Oktober 2020. Außerdem fielen Zusatzkosten für den weiteren Ausbau an.



(dpa)