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Bei Amazon in Koblenz wird gestreikt

 Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verlangt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels und organisiert deshalb seit rund vier Jahren immer wieder Streiks, hier am 31. März 2015 vor dem Tor des Versandzentrums von Amazon in Koblenz. Foto: Thomas Frey/dpa
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verlangt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels und organisiert deshalb seit rund vier Jahren immer wieder Streiks, hier am 31. März 2015 vor dem Tor des Versandzentrums von Amazon in Koblenz. Foto: Thomas Frey/dpa FOTO: Thomas Frey/dpa
Koblenz. Die Gewerkschaft Verdi verlangt weiterhin einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Name Vorname

Im Tarifkonflikt beim Online-Versandhändler Amazon haben Beschäftigte am Standort Koblenz erneut die Arbeit niedergelegt. Sie schlossen sich am Freitag ihren Kollegen im osthessischen Bad Hersfeld sowie in Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) an. Der Streik dauerte nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi vom Beginn der Frühschicht bis zum Ende der Spätschicht. Am Mittag traten auch Beschäftigte in Leipzig in den Warnstreik. Der Ausstand habe "keinerlei Auswirkungen auf unsere Kunden" gehabt, sagte am Freitag Amazon-Sprecherin Anette Nachbar in München.

Die Dienstleistungsgewerkschaft verlangt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels und organisiert deshalb seit rund vier Jahren immer wieder Streiks. Der US-Konzern lehnt einen Tarifvertrag aber ab. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Die Protestaktionen am Freitag legte Verdi auf den Weltgesundheitstag und thematisierte dabei vor allem die Arbeitsbedingungen. "Der Arbeitsalltag bei Amazon ist geprägt von hohem Druck, Hetze und Kontrollen, überdurchschnittlich hohe Krankenraten sind die Folge", sagte Stefanie Nutzenberger aus dem Verdi-Bundesvorstand. Amazon-Sprecherin Nachbar wies indes die Vorwürfe zu Abwesenheitsraten als haltlos zurück.



 Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Foto: Zucchi/dpa
Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Foto: Zucchi/dpa FOTO: Zucchi/dpa