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Gebeutelte Landwirtschaft
Bauern melden Dürreschäden von über einer Milliarde Euro

Auf vielen Felder lohnt die Ernte überhaupt nicht.
Auf vielen Felder lohnt die Ernte überhaupt nicht. FOTO: dpa / Daniel Karmann
Berlin. Die wochenlange Dürre in vielen Regionen Deutschlands hat in der Landwirtschaft nach ersten Schätzungen mehr als eine Milliarde Euro Schaden angerichtet. Vor einem erneuten Bund-Länder-Treffen am heutigen Montag summieren sich die Meldungen mehrerer teils stark betroffener Länder auf 1,1 Milliarden Euro.

Der Bauernverband hat Hilfen von einer Milliarde Euro für Landwirte gefordert, die wegen der Trockenheit schwere Ernteausfälle erleiden.

Das Bundeskabinett will nach Angaben von Agrarministerin Julia Klöckner in der kommenden Woche eine Maßnahme zur Linderung der Futterknappheit in der Landwirtschaft billigen. Viehhaltern helfe „jetzt in erster Linie nicht Geld, sie brauchen Futter für ihre Tiere“, sagte die CDU-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS).

Allein für Schleswig-Holstein meldete das dortige Agrarministerium einen geschätzten Dürre-Schaden von 422 Millionen Euro an den Bund. Sachsen übermittelte eine Schätzung von rund 308 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt von 237 Millionen Euro. Für Hessen geht das Landesagrarministerium davon aus, dass die Bauern Ernteausfälle von bis zu 150 Millionen Euro zu verkraften haben. Zudem werden für die Forstwirtschaft des Landes Verluste von rund 30 Millionen Euro prognostiziert. Niedersachsen rechnet mit der schlechtesten Getreideernte seit 1976. Erwartet wird eine Ernte von 4,69 Millionen Tonnen, 22 Prozent weniger als 2017. Das Saarland ist von der Dürre vergleichsweise wenig betroffen.



Klöckner hatte die Länder aufgerufen, über Schäden und vorgesehene Hilfen zu informieren. Heute wollen Ministeriumsexperten von Bund und Ländern erneut über die Lage beraten, nachdem sie Ende Juli eine erste Bestandsaufnahme gemacht hatten.

Vor einer Entscheidung über mögliche Bundeszahlungen will Klöckner den Abschluss der Ernte und die amtliche Erntebilanz abwarten, die für Ende August vorgesehen ist.

(dpa)