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Rückgang in Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich hoch
Jeder dritte Bäcker und Metzger verschwunden

 Die Zahl der Bäcker und Metzger/Fleischer ist in Rheinland-Pfalz in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittlich stark gesunken.
Die Zahl der Bäcker und Metzger/Fleischer ist in Rheinland-Pfalz in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittlich stark gesunken. FOTO: picture alliance / dpa / Ronald Wittek
Frankfurt/Mainz. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert die Kommunen auf, mehr gegen das Ausbluten von Ortskernen zu tun.

Viele Bäcker und Fleischer in Rheinland-Pfalz und dem Saarland geben auf: Die Zahl der Handwerksbetriebe sank in den vergangenen zehn Jahren in Rheinland-Pfalz um gut 37 beziehungsweise rund 33 Prozent, im Saarland um jeweils 31 Prozent. Das zeigen Daten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Waren 2008 in Rheinland-Pfalz noch rund 1181 Fleischereibetriebe in der Handwerksrolle eingetragen, verringerte sich ihre Zahl bis Ende 2018 auf 796. Noch stärker war der Rückgang bei den Bäckereien: Im Jahr 2008 gab es in Rheinland-Pfalz 1043, zehn Jahre später nur noch 656. Bundesweit war der Rückgang etwas geringer als in Rheinland-Pfalz: Die Zahl der Bäckereien sank um knapp 29 Prozent auf 10 926, die der Fleischereien um fast 30 Prozent auf 12 897.

Nicht nur wachsende Bürokratie sowie Konkurrenz von Discountern und Supermärkten belasten Bäcker und Metzger. „Das Problem ist der Mangel an qualifiziertem Personal und an Nachwuchskräften, aus denen eine neue Generation von Inhabern entstehen müsste“, sagte Herbert Dohrmann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Fachverbände des Lebensmittelhandwerks.



Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund ist besorgt über die rückläufigen Zahlen. Die Kommunen müssten sich gegen das Ausbluten von Innenstädten und Ortskernen stemmen, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Neuen Osnabrücker Zeitung. Wer heute hier investiere, werde morgen „erfolgreich sein und eine lebenswerte Innenstadt erhalten können“, prophezeite Landsberg. Städte und Gemeinden müssten gemeinsam mit dem örtlichen Handwerk und den Bürgern innovative Konzepte entwickeln. Es müsse die Dominanz von Lebensmittel-Ketten verhindert werden, die „weniger Individualität in ihren Produkten“ anböten, forderte Landsberg weiter.