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Autobauer
Auto-Experte warnt vor Kahlschlag bei Opel

Mehrere deutsche Opel-Werke stehen auf der Kippe. Das befürchtet Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Die Konzernmutter PSA widerspricht.
Mehrere deutsche Opel-Werke stehen auf der Kippe. Das befürchtet Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Die Konzernmutter PSA widerspricht. FOTO: dpa / Boris Roessler
Frankfurt. Die Sorge um die Zukunft des Autoherstellers Opel unter Führung des französischen PSA-Konzerns wächst. Unmittelbar vor den möglicherweise wegweisenden Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat hat der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer davor gewarnt, dass bei weiter sinkenden Verkaufszahlen Investitionen in eigenständige Modelle kaum noch möglich seien.

Die Sorge um die Zukunft des Autoherstellers Opel unter Führung des französischen PSA-Konzerns wächst. Unmittelbar vor den möglicherweise wegweisenden Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat hat der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer davor gewarnt, dass bei weiter sinkenden Verkaufszahlen Investitionen in eigenständige Modelle kaum noch möglich seien.

Dudenhöffer kritisierte die Abfindungspolitik in den deutschen Werken: „PSA-Chef Carlos Tavares scheint bereit zu sein, mit vielen ,goldenen Handshakes’ Opel profitabel zu machen. Damit degeneriert Opel zu einer PSA-Hülle“, schreibt er in einer Analyse der jüngsten Verkaufszahlen. Die Werke Eise­nach und Kaiserslautern sowie der Stammsitz Rüsselsheim im heutigen Umfang würden für ein derartiges Geschäftsmodell nicht gebraucht. Der Direktor des Car-Instituts an der Universität Duisburg-Essen macht sich damit die gewerkschaftliche Kritik an den umfassenden Abfindungsprogrammen zu eigen. Die IG Metall fürchtet einen Kahlschlag in den deutschen Werken mit ihren rund 19 000 Beschäftigten.

Die vom PSA-Konzern zugesicherten Entwicklungskompetenzen reichten für eine Auslastung des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums mit mehr als 7000 Ingenieuren nicht aus, kritisierte Dudenhöffer weiter. Leichte Nutzfahrzeuge würden aus klassischen Pkw-Plattformen abgeleitet, und die an den Opel-Stammsitz vergebene Brennstoffzelle werde auf Jahre kaum eine Rolle spielen. Die neuen, auf PSA-Plattformen entwickelten SUV-Modelle Crossland und Grandland blieben zudem hinter den Erwartungen zurück.



Den Aussagen widersprach ein Unternehmenssprecher, denn für die beiden Modelle lägen zusammen bereits mehr als 190 000 Bestellungen vor. Opel habe zudem bewusst entschieden, unprofitable Verkaufskanäle zu meiden. „Wir steigern erfolgreich die Ertragskraft pro verkauftem Auto, selbst wenn das auf Kosten der Marktanteile geht.“

„Opel steht für deutsche Ingenieurs­kunst“, so der Sprecher. Jeder Opel werde künftig im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim gestaltet und entwickelt. Rüsselsheim erhalte neue Entwicklungsverantwortungen, sei konzernweit zum Beispiel für Sitze und manuelle Schaltgetriebe verantwortlich, aber auch für Zukunftstechnologien wie Brennstoffzellen. Rüsselsheimer Engineering werde auch Rückgrat für die Forschung und Entwicklung der PSA-Gruppe sein.