| 20:19 Uhr

Umbruch im VW-Konzern
Neuer Audi-Chef macht der Belegschaft Druck

 Audi-Vorstandschef Bram Schot sitzt in einem Elektroauto-Modell e-tron GT concept. Er will Milliarden in Elektromobilität investieren.
Audi-Vorstandschef Bram Schot sitzt in einem Elektroauto-Modell e-tron GT concept. Er will Milliarden in Elektromobilität investieren. FOTO: dpa / Uli Deck
Ingolstadt. Der Autobauer Audi steht vor milliardenschweren Herausforderungen. Vorstandschef Bram Schot drängt auf einen Sparkurs. dpa

Der neue Audi-Chef Bram Schot macht beim Umbau der VW-Tochter Druck und will auch die Größe der Belegschaft auf den Prüfstand stellen. „Audi muss effizienter entwickeln, produzieren und wirtschaften“, schrieb Schot an die Beschäftigten. „Tabuthemen darf es nicht geben“, heißt es in dem Schreiben. In Gesprächen mit dem Betriebsrat wolle man auch „die Zahl der direkten und indirekten Mitarbeiter unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung genau unter die Lupe nehmen“ sowie „die Vergabe der Fahrzeugprojekte und Werkbelegungen genau anschauen“ und die „Produktionskapazitäten standortspezifisch optimieren“.

An die Beschäftigten appellierte Schot: „Wir erwarten dabei von allen Audianern, dass sie ihren Beitrag leisten und sich konsequent qualifizieren. Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir unsere Personalstruktur überdenken. Gleichzeitig müssen wir die Managementstruktur und Organisation straffen.“ Audi beschäftigt nach früheren Angaben in Ingolstadt rund 44 000, im württembergischen Neckarsulm rund 17 000 Mitarbeiter. Für die beiden deutschen Standorte gilt eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025.

Hintergrund ist mit „Dieselgate“, den Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Autos wegen des neuen Abgasprüftests WLTP, strengeren Abgasnormen sowie den Plänen beim Ausbau der E-Mobilität und neuer Konkurrenz ein Bündel von „gewaltigen Herausforderungen“, wie Schot schreibt. „Audi muss massiv investieren, um seine Zukunft zu sichern. Das Geld, das wir dafür brauchen, müssen wir aber selbst erwirtschaften können, sonst können wir die geplanten 40 Milliarden Euro für Zukunftsthemen nicht finanzieren.“



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