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Hunsrück-Airport
Wieder mehr Fracht und weniger Passagiere am Hahn

Hahn. Am defizitären Hunsrück-Flughafen Hahn setzen sich auch in diesem Jahr zwei gegenläufige Entwicklungen fort: Das Frachtgeschäft legt zu, die Passagierzahlen sinken. Im Januar steigerte sich die umgeschlagene Fracht im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,1 Prozent auf 13 805 Tonnen, wie aus der jüngsten Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hervorgeht. dpa

Die Zahl der Passagiere sank dagegen um 16,9 Prozent auf 125 782. Der abgelegene Flughafen gehört zu 82,5 Prozent dem chinesischen Mischkonzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen.

Der Platzhirsch im Hunsrück, Europas größte Billigfluggesellschaft Ryanair, hat zunehmend Flüge vom Hahn abgezogen und zu den benachbarten Airports Frankfurt, Luxemburg und Köln/Bonn verlagert. Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, sagte: „Wir arbeiten daran, sowohl das Frachtaufkommen als auch die Passagierzahl zu erhöhen.“

Ende 2018 hatte der Flughafen Hahn zusätzliche Fracht-Verbindungen nach Asien angekündigt. Zur Unterstützung der chinesischen „Neuen Seidenstraße“, einem geplanten Ausbau von Handelswegen zwischen Asien und Europa, sollten Fracht-Airlines unter anderem nach Zhengzhou und Hongkong fliegen.



Der hochverschuldete Hahn-Mehrheitseigner HNA macht weiterhin Schlagzeilen, die Spekulationen nähren, die Chinesen könnten sich vom Hunsrück-Flughafen zurückziehen. Schweizer Medien und das Fachportal Airliners.de hatten berichtet, HNA stehe kurz vor einem Rückzug aus der Schweiz. Der chinesische Konzern will demnach seine Anteile am Flugzeugwartungsunternehmen SR Technics, dem Caterer Gategroup und dem Abfertiger Swissport abgeben. „Das hat keine Auswirkungen auf den Flughafen Hahn“, sagte Flughafen-Geschäftsführungsmitglied Goetzmann: HNA hatte kürzlich seinen Anteil an der Deutschen Bank von rund 7,6 auf 6,3 Prozent verringert.