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Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit 2018 in Rheinland-Pfalz deutlich gesunken

Saarbrücken/Nürnberg. In Deutschland fiel die Zahl der Arbeitslosen auf ein Rekordtief. So wenige Haushalte wie nie zuvor sind auf Hartz IV angewiesen. dpa

Der Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz hat sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt, auch wenn die Erwerbslosigkeit im Dezember saisonbedingt leicht gestiegen ist. Im Schnitt waren 98 800 Männer und Frauen ohne Arbeitsplatz, 7,1 Prozent weniger als 2017, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Saarbrücken mitteilte. Besonders deutlich war der Rückgang bei der Jugendarbeitslosigkeit mit 11,1 Prozent.

Zum Ausklang des Jahres nahm die Arbeitslosigkeit saisonbedingt leicht zu, im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent auf 92 700. Die Arbeitslosenquote lag aber wie im November bei 4,1 Prozent. „Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin stabil“, erklärte der Geschäftsführer Interner Service der Regionaldirektion, Walter Hüther. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Arbeitslosen um 6000 oder 6,1 Prozent deutlich zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2017 noch bei 4,5 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen bezog im Dezember Grundsicherung. Diese Leistung erhielten 54 200 erwerbslose Menschen oder 58,4 Prozent aller Arbeitslosen. Im Dezember 2017 waren es noch 9,4 Prozent mehr. Von Unterbeschäftigung waren im vergangenen Monat 134 500 Menschen betroffen; dazu gehören Kurzarbeiter, kurzfristig arbeitsunfähige Menschen sowie alle, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen. Dies bedeutet einen Rückgang um 5,6 Prozent zum Vorjahresmonat.



1,444 Millionen Menschen in Rheinland-Pfalz hatten nach den zuletzt erhobenen Daten vom Oktober eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das waren 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Deutschlandweit ist die Arbeitslosigkeit auf ein historisches Rekordtief gefallen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2018 im Jahresschnitt 2,34 Millionen Menschen ohne Job, das sind 193 000 weniger als im Jahr zuvor. Damit sank die durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote fiel 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent.

„Im vergangenen Jahr ist vieles am Arbeitsmarkt erfreulich gelaufen“, bilanzierte Bundesagentur-Chef Detlef Scheele. Dies sei der positiven konjunkturellen Entwicklung geschuldet – auch wenn die Wirtschaft an Schwung verloren habe. Für 2019 ist Scheele optimistisch.

Fast die Hälfte des Rückgangs der Arbeitslosigkeit 2018 gehe auf Langzeitarbeitslose zurück. Im Jahresschnitt waren etwa 813 000 Männer und Frauen ein Jahr oder länger ohne Job. Das sind 87 000 weniger als im Jahr zuvor.

Auch bei der Grundsicherung wurde eine wichtige Marke geknackt: Erstmals seit Einführung des politisch umstrittenen Hartz IV vor 14 Jahren rutschte die Zahl der auf Grundsicherung angewiesenen Haushalte im November unter die Drei-Millionen-Marke. Die BA verzeichnete in dem Monat rund 2,997 Millionen sogenannte Bedarfsgemeinschaften, im Dezember waren es vorläufigen Zahlen zufolge 2,995 Millionen.