| 23:27 Uhr

"Angst vor neuer Schuldenkrise in Europa überzogen"

Brüssel/Rom. Die Sorgen an den Finanzmärkten über die wieder aufflammende europäische Schuldenkrise hält EU-Kommissar Joaquín Almunia für völlig überzogen. "Die Märkte sind wegen allem nervös, sie sind viel zu nervös", sagte der Spanier gestern. Es sei nicht das erste Mal, dass Anleger und Spekulanten an eine erneute Verschärfung der Euro-Schuldenkrise glaubten

Brüssel/Rom. Die Sorgen an den Finanzmärkten über die wieder aufflammende europäische Schuldenkrise hält EU-Kommissar Joaquín Almunia für völlig überzogen. "Die Märkte sind wegen allem nervös, sie sind viel zu nervös", sagte der Spanier gestern. Es sei nicht das erste Mal, dass Anleger und Spekulanten an eine erneute Verschärfung der Euro-Schuldenkrise glaubten. "Von Zeit zu Zeit reagieren die Märkte übertrieben und bewegen sich wie eine Herde." Italien bekam dies gestern zu spüren und sammelte mit Mühe frische Milliarden am Kapitalmarkt ein.Wettbewerbskommissar Almunia betonte, entscheidend seien die Wirtschaftsdaten. Sie zeigten, dass Spanien und Italien ihre Schwierigkeiten bewältigen können. Nach Ansicht Almunias ist die Lage in Spanien keineswegs so schlimm, wie der Anstieg der Zinsen für Staatsanleihen nahelege. Diese waren zuletzt für zehnjährige Anleihen auf knapp sechs Prozent gestiegen und näherten sich der kritischen Marke von sieben Prozent, ab der die Geldaufnahme für Staaten auf Dauer als zu teuer gilt. Die Krise konzentriere sich auch auf Portugal und Irland, die ebenfalls internationale Hilfe erhalten. Almunia verteidigte den Sparkurs, zu dem sich die EU-Länder in der Krise verpflichtet haben. Auch der internationale Handel leidet unter der Schuldenkrise in Europa: Sie ist laut Einschätzung von Experten mit Schuld daran, dass das Wachstum des Welthandels sich 2012 zum zweiten Mal in Folge deutlich verlangsamt. dpa