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Coronavirus sorgt für fallende Kurse
Alarmstimmung an der Börse

Frankfurt/Main. Zu Wochenbeginn fielen die Kurse rasant. Auslöser ist die Ausbreitung des Coronavirus

Die rasche Ausbreitung des Coronavirus in Ländern außerhalb Chinas hat zum Wochenauftakt den deutschen Aktienmarkt in die Tiefe gerissen. Von der Rekordlaune der vergangenen Wochen war nichts mehr zu spüren. Der Dax rutschte am Montag zeitweise unter die runde Marke von 13 000 Punkten auf den tiefsten Stand seit Ende Januar, bevor er mit minus 4,01 Prozent auf 13 035,24 Punkten aus dem Handel ging.

Die Dax-Bilanz seit Jahresbeginn ist mit einem Abschlag von 1,6 Prozent nun wieder negativ. Die Erholung der Aktienmärkte nach einem Rückgang der Virus-Neuinfektionen sei verfrüht gewesen, sagte Analyst Michael Bissinger von der DZ Bank.

Sorgen macht den Anlegern, dass sich das Coronavirus inzwischen in Ländern außerhalb Chinas stark vermehrt. In Asien trifft dies auf Südkorea zu, in Europa seit dem Wochenende auf Italien. „Es sind die nicht abschätzbaren Folgen einer globalen Pandemie, die nun zu einem weltweiten Ausverkauf bei Aktien geführt haben“, schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Marktes. Das Virus, das bislang das chinesische Wachstum bedroht habe, setze nun Fragezeichen hinter das Erholungspotenzial der Weltwirtschaft.



Weltweit verbuchten die Börsen am Montag hohe Abschläge. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone sackte um 4,01 Prozent ab auf 3647,98 Zähler. Ähnlich hohe Verluste gab es in Paris und London, in Mailand ging es sogar um mehr als fünf Prozent in den Keller. In den USA notierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss gut drei Prozent tiefer.

Hierzulande gerieten vor allem Aktien konjunktursensibler Sektoren unter Druck. Im Dax, MDax und SDax gab es keinen einzigen Gewinner. Die Papiere der Fluggesellschaft Lufthansa brachen am Dax-Ende um 8,81 Prozent ein. Die Folgen des Virus beeinträchtigten vor allem das Langstrecken- und Frachtgeschäft, schrieb Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. Auch Autowerte mussten Einbußen hinnehmen. Für BMW, Daimler und Volkswagen (VW) ist China der wichtigste Einzelmarkt.

(dpa)