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Äcker und Wälder deutlich teurer geworden

Wer sich in Rheinland-Pfalz ein Stück Wald kauft, muss deutlich mehr Geld hinlegen als früher. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
Wer sich in Rheinland-Pfalz ein Stück Wald kauft, muss deutlich mehr Geld hinlegen als früher. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa FOTO: Fredrik von Erichsen/dpa
Koblenz. Alternde Gesellschaft, Landflucht und Energiewende: All dies hat Einfluss auf die Bodenpreise in Rheinland-Pfalz . Wo steigen und wo sinken sie? Dpa-Mitarbeiterjens Albes

Äcker und Wälder sind in Rheinland-Pfalz deutlich teurer geworden. Die Preise für land- und forstwirtschaftliche Flächen stiegen von 2014 bis 2016 um durchschnittlich elf Prozent, wie das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation jetzt in Koblenz mitteilte. Die Preise von Wohn- und Mischbauflächen steigerten sich im Schnitt nur um vier Prozent. "In den eher ländlich strukturierten Bereichen macht sich hingegen der demografische Wandel bemerkbar. Dort sinken insbesondere in den alten Ortslagen die Bodenpreise zunehmend", hieß es weiter unter Berufung auf die landesweit zwölf Gutachterausschüsse zu Bodenrichtwerten.

Laut Landesamt könnte der starke Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Flächen an ihrem zunehmendem Kauf für die Energiegewinnung mit Photovoltaik, Windrädern und insbesondere Pflanzen zur Biogasproduktion liegen. Hinzu kommt die deutliche Steigerung der Bodenpreise für Weingärten - vor allem in der Rheinpfalz. In der Betrachtung der kreisfreien Städte und Landkreise gab es bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen besondere Preissprünge bei Landau (35 Prozent), Südliche Weinstraße (32 Prozent) und Alzey-Worms (30 Prozent).

Bei Mischbauflächen und teilweise auch für Wohnbauflächen kam es zum Preisanstieg beispielsweise in Mainz, Worms, Trier, Koblenz , Landau, Speyer, Neustadt an der Weinstraße sowie in den Kreisen Ahrweiler, Germersheim, Südliche Weinstraße und dem Rhein-Pfalz-Kreis - wenn auch mancherorts nur noch moderat. Anscheinend zeigt sich hier laut den Experten ein "gewisser Sättigungsgrad des Marktes".

Von der Nähe zum wirtschaftlich dynamischen Luxemburg profitierten die Kreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich sowie teilweise der Eifelkreis Bitburg-Prüm. Dort stiegen die Bodenpreise in allen Bereichen, also bei Wohnbau-, Mischbau-, Gewerbe- und landwirtschaftlichen Flächen, weiter an. Spitzenreiter bei Wohnbauflächen war allerdings Speyer mit einem Plus von 25 Prozent.

"Dagegen verfallen in ländlich strukturierten und abgelegenen Kreisen wie beispielsweise dem Donnersbergkreis, dem Landkreis Kusel, dem Landkreis Südwestpfalz, den kreisfreien Städten Pirmasens und Zweibrücken, dem Landkreis Birkenfeld, dem Vulkaneifelkreis, dem Rhein-Lahn-Kreis sowie dem Westerwaldkreis in den alten Ortslagen die Bodenpreise (bis zu minus vier Prozent)", hieß es weiter.

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HintergrundDie zwölf Gutachterausschüsse in Rheinland-Pfalz haben für ihre aktuellen Informationen zu Bodenpreisen rund 36 000 Käufe unbebauter Grundstücke ausgewertet. Daraus leiteten sie zum Stichtag 1. Januar 2016 etwa 59 000 sogenannte Bodenrichtwertzonen ab. Der Wert eines bestimmten einzelnen Grundstücks kann laut dem Koblenzer Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation allerdings nur mit einer sachverständigen Wertermittlung geschätzt werden. Die Gutachterausschüsse bekommen für ihre Arbeit von den Notaren Abschriften der Kaufverträge zugesandt. Für ganz Rheinland-Pfalz gibt es zudem einen Oberen Gutachterausschuss. dpa