| 21:46 Uhr

2011 wird Strom in vielen Regionen deutlich teurer

Berlin. Zahlreiche Stromanbieter in Deutschland nutzen die steigenden Förderkosten von Ökostrom als Begründung für teils drastische Preiserhöhungen. Nach Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) heben mindestens 21 Energieversorger zum 1

Berlin. Zahlreiche Stromanbieter in Deutschland nutzen die steigenden Förderkosten von Ökostrom als Begründung für teils drastische Preiserhöhungen. Nach Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) heben mindestens 21 Energieversorger zum 1. Januar 2011 ihre Strompreise deutlich stärker an als dies mit dem Anstieg der EEG-Umlage (Erneuerbare Energien Gesetz) zur Förderung Erneuerbarer Energien zu erklären wäre. Fast alle Versorger begründen die teils massiven Preisaufschläge ihren Kunden gegenüber jedoch allein mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien.Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr ergibt sich nach BEE-Berechnungen eine zusätzliche Ökostrom-Belastung von 59 Euro pro Jahr. Fast alle Versorger haben angekündigt, ihre Preise 2011 um zehn bis 30 Euro zu erhöhen - zusätzlich zu den rund 59 Euro, die sich im Jahr für den Durchschnittshaushalt ergeben, heißt es in der BEE-Berechnung. Unter anderem durch den massiven Zuwachs bei der Stromproduktion aus Solaranlagen steigt die EEG-Umlage von 2,047 Cent pro Kilowattstunde Strom im nächsten Jahr auf 3,53 Cent. Die Umlage, mit der Ökostromanbieter zur Förderung von Strom aus Sonne, Wind oder Biomasse Vergütungen über den Marktpreisen bekommen, bezahlen die Verbraucher über die Stromrechnung mit. Durch mehr Ökostrom sinken aber auch die Einkaufspreise für Strom, deshalb muss die Umlage nicht 1:1 an die Kunden weitergegeben werden. RWE etwa will die höhere Umlage nur teilweise weitergeben.Besonders viele Stadtwerke fallen damit auf, dass sie die Ökostrom-Kosten zu deutlichen Erhöhungen nutzen. "Die teils drastischen Strompreiserhöhungen mit den erneuerbaren Energien zu begründen, ist eine grobe Täuschung der Verbraucherinnen und Verbraucher", so BEE-Präsident Dietmar Schütz. "Von 2000 bis 2010 stieg der monatliche Beitrag, mit dem ein durchschnittlicher Haushalt über die EEG-Umlage den Ausbau der Erneuerbaren fördert, um rund fünf Euro an." Die monatliche Stromrechnung sei um 30 Euro gestiegen - sechsmal soviel. Für Kritik sorgt auch, dass die Solarbranche massiv von der Ökostrom-Förderung profitiert und 40 Prozent der Förderkosten durch die Umlage erhält. Der Anteil der Solarenergie an der Ökostromproduktion liegt aber nur bei neun Prozent. dpa