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Kritik an letzter Ruhestätte
Walter Kohl: Vater wäre bei Anblick von Grab entsetzt

Mainz/Speyer. (dpa) Walter Kohl, der ältere Sohn von Altkanzler Helmut Kohl, kann sich auch fast acht Monate nach dem Tod seines Vaters nicht mit dem Aussehen von dessen Grab in Speyer abfinden. „Leider ist die Gestaltung des Grabs unmöglich, mit Zaun, Videoüberwachung und Verbotsschildern. Ich glaube, mein Vater wäre entsetzt, wenn er sein eigenes Grab sehen könnte“, sagte er den „Zeitungen der VRM“.

Helmut Kohl war am 16. Juni im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben. Auf seinen eigenen Wunsch hin war er im etwa 20 Kilometer entfernten Speyer beerdigt worden. Das Grab, dem noch der Stein fehlt, wird von einem Zaun geschützt, zudem ist eine Videokamera installiert.

In dem Interview der Wochenendausgabe der „Zeitungen der VRM“ ging Walter Kohl auch noch einmal auf die Entscheidung ein, ebenso wie sein Bruder Peter nicht an der Trauerfeier für ihren Vater teilzunehmen, die von Kohls zweiter Frau Maike Kohl-Richter organisiert worden war. Kohl-Richter und die beiden Kohl-Söhne sind zerstritten.

Diese Entscheidung schilderte er so: „Wir gehen nicht zur Trauerfeier, weil diese am falschen Grab endete und wir zwar zur Trauerfeier, aber nicht zur Beerdigung eingeladen waren. Uns war klar, dass wir für eine solche Inszenierung nicht zur Verfügung stehen“, sagte Walter Kohl. Er und sein Bruder hätten sich eine Beisetzung ihres Vaters im Familiengrab in Ludwigshafen-Friesenheim gewünscht. Dort liegt Kohls erste Frau Hannelore begraben.

Das Bundesarchiv hat unterdessen von Kohls Witwe Maike Kohl-Richter noch immer keine Auskunft über mögliche amtliche Unterlagen in Kohls Privathaus, die an das Archiv weiterzuleiten wären, bekommen. Das sagte Archivpräsident Michael Hollmann. Er erklärte: „Ich werde nichts weiter tun.“ Er warte ab, was das Kanzleramt nun unternehme.