| 20:50 Uhr

Campus
Von Sankt Petersburg nach Schmitshausen

 Die Teilnehmer am Planspiel Wirtschaft mit Professor, Mandred Bardmann (4. v. l.) sowie den Assistentinnen Nicole Kalina-Klensch (Mitte) und Anna-Lydia Imamovic (2. v.l.) sowie Fritz Fabian Bardmann (5. v.l.).
Die Teilnehmer am Planspiel Wirtschaft mit Professor, Mandred Bardmann (4. v. l.) sowie den Assistentinnen Nicole Kalina-Klensch (Mitte) und Anna-Lydia Imamovic (2. v.l.) sowie Fritz Fabian Bardmann (5. v.l.). FOTO: Cordula von Waldow
Schmitshausen. Gemütlicher Abschluss der deutsch-russischen Unternehmens-Planspieltage: Prof. Bardmann übergab seinen Studenten die Teilnahmeurkunden in seinem Garten.

Familiär und freundschaftlich statt hoch offiziell überreichte Prof. Manfred Bardmann Studentinnen und Studenten der Betriebswissenschaft des Hochschulstandorts Zweibrücken Zertifikate. Sie bescheinigen eine erfolgreiche Teilnahme an einem Unternehmensplanspiel, das im vergangenen Jahr in Sankt Petersburg an der Staatlichen Polytechnischen Universität Peter der Große (SPbPU) von Professor Bardmann und Assistentin Nicole Kalina-Klensch im Rahmen der von Bardmann initiierten, deutsch-russischen Hochschulkooperation durchgeführt wurde. Der Professor hatte seine Studenten zu einem Abendessen und Umtrunk auf sein Anwesen, das im Rosendorf Schmitshausen liegt, eingeladen. Bei der Bewirtung seiner Gäste unterstützten ihn seine Assistentin Anna-Lydia Imamovic und sein Sohn Fritz Fabian Bardmann.

In dem märchenhaften Landschaftsgarten, erhielten die Teilnehmer des Unternehmensplanspiels ihre Urkunden. „Die Reise nach Sankt Petersburg im vergangenen Herbst war schon in mehrfacher Hinsicht eine besonders lehrreiche und schöne Erfahrung“, ist sich die Gruppe der Studenten einig. Ein Höhepunkt des Russlandaufenthalts war die Teilnahme am Unternehmensplanspiel, bei dem virtuelle Unternehmen, deren Geschäftsführung sich aus russischen und deutschen Studenten zusammensetzte, auf einem virtuellen Markt, als Konkurrenten auftraten.

Das Unternehmensplanspiel, die westrussische Metropole Sankt Petersburg mit ihren vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, die außergewöhnlichen Eindrücke, die Begegnung mit der russischen Kultur, die gemeinsamen Interessen russischer und deutscher Studenten sind nachhaltige, unvergessliche Erlebnisse für die Studierendengruppe, die mit ihrem Professor und ihren Betreuern eine Woche in Sankt Petersburg verbrachte. „Es war super interessant, dafür zu sorgen, dass während des Unternehmensplanspiels das eigene Unternehmen nicht pleiteging. Auch die Kooperation mit russischen Studenten in einem gemeinsamen Unternehmen fand ich äußerst positiv“, erinnert sich die Studentin Egzona Muhagjeri. Student Lars Zielke schwärmt von der Stadt Sankt Petersburg, die er sich „so pompös“ gar nicht vorgestellt hatte. Das Studium dort bezog sich nicht nur auf wirtschaftswissenschaftliche Themen, sondern auch auf die Erkundung der Stadt mit nächtlicher Bootsfahrt auf der Newa, Besuch von Museen und typisch russischen Kaufhäusern. Nebenbei wurden Gerichte der russischen Küche probiert, die bei einigen der figur- und gesundheitsbewussten deutschen Studentinnen keine Begeisterung hervorriefen. „In Russland wird sehr fett, sehr teig- und fleischlastig gekocht“, seufzte Egzona Muhagjeri. Da nicht alle deutschen Studenten russisch sprechen, und die russischen Studenten kein oder wenig Deutsch sprechen, galt es, jede Begegnung, den Aufenthalt in der Stadt, jeden Austausch auf Englisch zu regeln. Fremdes Land, fremde Kultur, fremde Sprache und Schrift sowie ein unbekanntes Unternehmensplanspiel – für die Studenten bedeuteten die Sankt Petersburger Tage im Herbst ein persönliches Wachstum auf unterschiedlichen Gebieten.



„Unsere Partner-Hochschule in Sankt Petersburg hat uns sehr gastfreundlich und herzlich empfangen“, ist es dem Masterstudent Nermin Custic wichtig, zu betonen. Diese nachhaltige Erfahrung wünscht die Gruppe allen Studenten, die in Zukunft an einer russische Hochschule studieren. Die Teilnehmer am Sankt Petersburger Unternehmensplanspiel sind Professor Bardmann und dem Fachbereich Betriebswirtschaft der Hochschule Kaiserslautern „sehr dankbar, dass wir so etwas erleben konnten“.

Gemeinsam feierten sie ihre Erfolge bei mediterranen Köstlichkeiten:. „Besser, als Gerichte aus der russischen Küche – viel besser“, waren sich alle einig. Dennoch packen die Studenten in Gedanken bereits ihre Koffer. Denn im Oktober hat Professor Bardmann geplant, deutsche Studenten abermals zu einem deutsch-russischen Unternehmensplanspiel einzuladen. Diesmal soll die Reise nach Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad, gehen, um die Kooperation mit den wirtschaftswissenschaftlichen Lehrstühlen der Staatlichen Universität für Architektur und Bauwesen voranzutreiben.

Dazu sind auch die Erstteilnehmer am deutsch-russischen Unternehmensplanspiel eingeladen, um die Wolgograder Studentengruppe mit ihren Erfahrungen zu bereichern. „Wir wollen alle wieder mit, wenn es irgend möglich ist“, bestätigt neunfaches, vehementes Kopfnicken.

Manfred Bardmann fährt bereits Anfang September wieder nach Russland. Er ist gemeinsam mit seinem Kollegen aus Sankt Petersburg, Valery Alexandrovitch Leventsov, Direktor des Instituts für Industrieökonomik und Management der SPbPU, dabei, ein Curriculum für ein Master- und Doktoranden-Studium für Studenten des Fachbereichs Betriebswirtschaft der Hochschule Kaiserslautern zu erarbeiten. Es ist geplant, dass die Vorlesungen und Seminare der anvisierten Studiengänge in englischer Sprache abgehalten und zu gleichen Teilen in Sankt Petersburg sowie in Zweibrücken angeboten werden. Somit dürfte die Sprache kein Hindernis sein, das Studium in den geplanten Studiengängen aufzunehmen.

Die Dissertation des Doktoranden-Studiums allerdings muss auf Russisch geschrieben werden. Deshalb schwebt Professor Bardmann eine Zusammenarbeit mit einer Universität in Moskau vor, an der dann russische Sprachkurse deutsche Studenten dazu befähigen sollen, ihre Dissertation auch in Russisch zu verfassen. Zum Wintersemester 2018/19 sollen die deutsch-russischen Studiengänge ebenso an den Start gehen, wie die Einrichtung von Gastprofessuren. Die Devise von Manfred Bardmann lautet: „Gemeinsam mit russischen und deutschen Studenten lernen, lehren und forschen, statt jemals wieder gegeneinander mit Waffen zu kämpfen!“