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Warten auf den Wolf

Trippstadt. Im Osten Deutschlands ist der Wolf schon wieder heimisch. Auch im Westen wird sein Comeback erwartet: Rheinland-Pfalz bereitet sich mit einem Wolfsmanagementplan darauf vor. Er soll bald in Kraft treten. Agentur

Mit einer Rückkehr des Wolfes in Rheinland-Pfalz ist jederzeit zu rechnen. "Es ist theoretisch möglich, dass er schon da ist, aber noch nicht gesichtet wurde", sagt Ditmar Huckschlag von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz im pfälzischen Trippstadt der Deutschen Presse-Agentur.

Bislang gebe es keine bestätigten Hinweise darauf, dass ein Wolf wieder durch rheinland-pfälzische Wälder streift. Aber: "Wir sind auf seine Ankunft vorbereitet."

2014 habe es Dutzende Meldungen angeblicher Sichtungen eines Wolfs oder dessen Spuren gegeben, sagt Huckschlag, der im Land für das Beobachten von Luchsen und Wölfen zuständig ist. Auch Fotos seien aufgenommen worden. Doch: "Keine Meldung konnte bestätigt werden." Meist habe es sich um eine Verwechslung mit einem wolfsähnlichen Hund gehandelt.

Diese Hinweise aus der Bevölkerung seien sehr wichtig, erklärte der Experte.

In Deutschland seien im vergangenen Wolfsjahr (Mai 2013 bis April 2014) 25 Rudel, acht Paare und drei Einzelwölfe bekanntgewesen. Tendenz steigend: "Wir wissen, dass es Nachwuchs gab", sagt der Experte. Die meisten leben im Osten: in der Lausitz, in Brandenburg und Sachsen. Wenn ein junger Wolf geschlechtsreif werde, könne er auf der Suche nach einem neuen Revier mehrere hundert Kilometer zurücklegen. "Das zeigt, was für ein Potenzial diese Tiere haben." Wo er sich dann niederlasse, sei nicht vorhersehbar. Auch aus Lothringen sind mehrere Wölfe bekannt.

Das Land hat einen Wolfsmanagementplan erarbeitet, der nach Angaben des Umweltministeriums in Mainz in der ersten Hälfte dieses Jahres in Kraft treten soll. Er sei eine Art Betriebshandbuch, das im Wolfs-Fall Handlungsabläufe regelt, Ansprechpartner nennt und Maßnahmen für Konfliktfälle auflistet. Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) sieht die Rückkehr des Wolfs als Bereicherung der Artenvielfalt.

In Rheinland-Pfalz war zuletzt 2012 ein Wolf gesichtet worden - im Westerwald. Das war vermutlich der erste seit rund 120 Jahren. Dieses Tier war kurz nach der Sichtung von einem Jäger erschossen worden.

Wer in Rheinland-Pfalz meint, einen Wolf oder dessen Spuren gesehen zu haben, sollte dies dem regional zuständigen Luchs- und Wolfsbeauftragten ( komma.aspdienste.de ) oder der Hotline der Forschungsanstalt in Trippstadt , Tel. (0 63 06) 91 11 99, melden.