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MK Teddy Suhren
Von der Sehnsucht der Seefahrer

 Der Shantychor präsentierte weihnachtliche Seemannslieder in der Alexanderskirche.
Der Shantychor präsentierte weihnachtliche Seemannslieder in der Alexanderskirche. FOTO: Margarete Lehmann / Picasa
Zweibrücken. Shantychor der Marinekameradschaft Teddy Suhren begleitete das Publikum in der Alexanderskirche hinaus aufs Meer. Von Peter Fromann

Am vergangenen Sonntag gastierte der Shantychor der Marinekameradschaft Teddy Suhren in der Alexanderskirche. Die Shantychorweihnacht ist etwas ganz Besonderes, denn sie beschreibt nicht die Arbeit, die Fron und die bittere Pflicht, sondern zeigt, wie es Innen aussieht im Seemann, losgelöst von der Arbeit, allein mit der Sehnsucht nach der Familie, nach seinem Zuhause. Der Seemann sucht zum Fest keine materiellen Dinge, er wäre glücklich, daheim zu sein zum großen Fest im Kreis seiner Lieben.

Vielleicht ist es das, was die Seemannsweihnacht so stimmungsvoll macht. Man redet darüber hinaus ja auch von einem Kirchenschiff, und ist damit gedanklich nah an dem Schiff in der Brandung oder im tosenden Meer. Das Kirchenschiff als ein Hort der Sicherheit und des Innehaltens. Konzertbesucherin Johanna Mohr hat sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt: „Ich wollte schon immer einmal den Shantychor singen hören, habe es heute endlich geschafft. Ich habe mir ein Taxi genommen und bin bis vor die Tür gefahren. Es ist ein wunderbares Konzert, erfüllt genau das, was ich gesucht und gebraucht habe. In unserer Familie wird jetzt in der dritten Generation gesungen und übrigens ebenso lange der Merkur gelesen. Meine Mutter hat sogar in der alten Fruchthalle öffentlich gesungen. Die Liebe zur Chormusik ist mir gewissermaßen in die Wiege gelegt worden.“ 30 Lieder standen auf dem Programm der Seemannsweihnacht. Weihnachtlich seemännisch stehen vor dem Chor Seefahrtutensilien aufgebaut mit Leuchtturm und anderem mehr. 25 gestandene Chorsänger in Uniform sind angetreten, die Zuhörer in der voll besetzten Kirche aufs Meer zu entführen: „Fern der Heimat auf See“, „St. Niklas war ein Seemann“, „Heilige Nacht am Hafen“.

Gedichte werden verlesen, Hildegard Baum und Cathrin Bungert singen in schönstem Sopran Werke von Mozart und Rheinberger, Walter Rimbrecht beeindruckt mit seiner Trompete mit einem Allegro von Torelli, Benedikt Schwarz erklimmt hohe Höhen auf der großen Ott-Orgel und Bernd Theisohn leitet umsichtig den Chor, dirigiert, singt und spielt Schifferklavier.



„Weihnachten ist erst, wenn ich bei dir bin“ erklingt. Und dann kommt nach rund 120 Minuten „Leise die Nacht“ und das „Abendgebet“ aus rauen Kehlen. Und ganz am Ende dann „O du fröhliche“, das gemeinsam gesungen wird und die „gnadenbringende Weihnachtszeit“ einleitet. Der Shantychor ist wie all die Jahre nimmermüde wohlklingend in Sachen Weihnachten zur See unterwegs. Er erfüllt alle Erwartungen des Publikums.

Der Chor spendet, auch wie jedes Jahr, den Reinerlös des Konzertes für wohltätige Zwecke. Der Chor hat bereits einige CDs produziert, die käuflich zu erwerben sind.