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Historischer Verein Zweibrücken
Vom Liebesglück in Schweden

Andreas Kappelmayer schrieb seine Doktorarbeit über Johann Casimir von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg. Beim ersten Vortrag des Historischen Vereins im laufenden Jahr sprach er über den Adligen im Kapellenraum der Karlskirche.
Andreas Kappelmayer schrieb seine Doktorarbeit über Johann Casimir von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg. Beim ersten Vortrag des Historischen Vereins im laufenden Jahr sprach er über den Adligen im Kapellenraum der Karlskirche. FOTO: Picasa / Margarete Lehmann
Zweibrücken. Andreas Kappelmayer sprach beim Historischen Verein über Johann Casimir von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg. Von Peter Fromann

Das Vortragsprogramm beim Historischen Verein Zweibrücken startete mit einem interessanten Referat von Andreas Kappelmayer über Johann Casimir von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg und lockte an die 90 Zuhörer in den Kapellenraum der Karlskirche. Gut drei Jahre hat der Referent an den 728 Seiten gearbeitet, mit denen er den Doktortitel erwarb. Eng beschriebene Seiten – quasi im Hemd steht Casimir nun vor den Zuhörern und blättert sein Leben auf. Leider funktionierte das Mikrofon im Saal nicht richtig, sodass trotz mehrmaliger Reklamation aus dem Publikum mancher Satz unverstanden blieb.

Casimir lebte von 1589 bis 1652. Er war der dritte Sohn des Pfalzgrafen Johann I. von Zweibrücken und Magdalena von Jülich-Kleve-Berg. In der Pfalz gab es damals für ihn „keinen Blumentopf zu gewinnen“ und so reiste er 1613 nach Stockholm zu König Gustav Adolf von Schweden, um ihn für ein Bündnis mit den deutschen Protestanten zu gewinnen. Dort traf er bald seine große Liebe Katharina Wasa, eine Tochter des Königs Karl IX. von Schweden. In der Folge wollte er nicht mehr zurück ins vom 30-jährigen Krieg verwüstete Deutschland und blieb vorläufig in Schweden. Einer seiner Söhne wurde als Karl X. König von Schweden. „Meine Arbeit ist nicht als Erzählung eines Aufstiegs angelegt, sondern das Augenmerk gilt vor allem Casimirs Bemühungen um soziale Distinktion und ökonomische Sicherheit“, betonte der Referent. Es war ein interessanter Vortrag. Dennoch wurden am Ende keine Fragen aus dem Publikum gestellt.

Der jüngst verstorbene Fritz Stauch war ein reger Besucher der Vorträge beim Historischen Verein. Seine Zwischenrufe und kritischen Fragen bleiben in lebhafter Erinnerung. Mit einer Schweigeminute wurde seiner gedacht.