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Seniorentanzgruppe Ixheim
Tanzen gegen Einsamkeit und geistigen Abbau

Gemeinsam mit Heike Burk, Vorsitzende im Verband für Erlebnistanz in Rheinland-Pfalz, tanzen die Damen der protestantischen Kirchengemenide in Ixheim mit wechselnden Partnerinnen.
Gemeinsam mit Heike Burk, Vorsitzende im Verband für Erlebnistanz in Rheinland-Pfalz, tanzen die Damen der protestantischen Kirchengemenide in Ixheim mit wechselnden Partnerinnen. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Heike Burk leitet die Seniorentanzgruppe im evangelischen Gemeindehaus Ixheim. Sie empfindet das Tanzen als Gehirnjogging.

. „Ihr kennt das schon: Vier Schritte vor, vier Schritte zurück, dann die Damen vier Schritte vor und klatschen“, erklärt Heike Burk den zwölf Damen, die sich regelmäßig im evangelischen Gemeindehaus in Ixheim zum Tanzkurs treffen.

Jeden zweiten Montag von 14.30 bis 16.30 Uhr werden die unterschiedlichsten Tänze zu Musik aus aller Welt einstudiert: Folklore, Line-Dance, Kreistänze, Paar-Tänze, Square-Dance, „Alles, was Freude bereitet“, erklärt die Tanzlehrerin. Heike Burk ist ausgebildetete Anleiterin für Tanz, Mitglied im Bundesverband Seniorentanz und Vorsitzende des Landesverbands Rheinland-Pfalz für Erlebnistanz. „Der Name ist das Problem“, weiß sie aus Erfahrung. Das Wort „Senior“ schrecke viele Menschen eher ab, statt sie anzulocken. „Selbst, wenn jemand über 80 ist, fühlt er sich davon wenig angesprochen“, hat sie erfahren. Dabei sei Tanzen das „Gehirnjogging“ schlechthin, mit dem man gar nicht früh genug beginnen könne. Die Damen in Ixheim sind größtenteils im Rentenalter, sichtlich fit und mit viel Spaß bei der Sache. Immer wieder findet die Gruppe einen Grund zum Lachen. „Tanzen hält jung, Körper, Geist und Seele, und ist die beste Prophylaxe gegen Demenz, Einsamkeit und Einrosten“, zählt die Tanzpädagogin die Vorteile auf. Ein Grund für die Pirmasenserin, ihre Dienste anzubieten, um so viele Menschen wie möglich für das Tanzen zu begeistern. „Gerade als Gemeindearbeit ist das sehr wertvoll. Es bietet einen großen Mehrwert für jeden Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft, indem die Tanzgruppe Feste und Gottesdienste gestaltet“, berichten auch die Ixheimer Damen stolz von ihren diversen Auftritten. Mit gemeinsamen Ausflügen wird auch die Gemeinschaft im Tanzkreis gepflegt. Dass sich meist viel mehr Frauen als Männer dazu entschließen, das Tanzbein zu schwingen, lässt sich lösen, indem auch Damen die Herrenrolle tanzen: führen und leiten lassen. Da in den Tänzen die Partner regelmäßig wechseln, kann jede Interessentin alleine kommen. „Mein Anliegen ist es, Tanz in den Gemeinden in die Fläche zu bringen“, beschreibt Heike Burk. Aus Erfahrung weiß sie: „Es steht und fällt mit der Einstellung des Pfarrers oder Pfarrerin.“ Kirchengemeinden verfügten jedoch über geeignete Räume und seien gerne bereit, diese zur Verfügung zu stellen. Als Vorsitzende im Verband für Seniorentanz, Landesgruppe Rheinland-Pfalz, ist Heike Burk viel unterwegs. Gemeinden, die Interesse am Tanzen haben, begleitet sie gerne. Neben den Damen in Ixheim betreut sie eine Gemeinde in Pirmasens-Erlenbrunn in Sport mit Tanz sowie eine Gruppe in Kaiserslautern-Erzhütten. Um das Tanzen zur persönlichen Gesunderhaltung sowie als Anreiz für die Gemeindearbeit in die Fläche zu tragen, bedarf es Multiplikatorinnen, die sich zu Übungsleiterinnen ausbilden lassen und dann in ihren Gemeinden vor Ort wirken. „Dabei begleite ich gerne“, bietet Heike Burk an. Sie bildet sich auf internationalen Tanztreffen regelmäßig weiter und hat bereits Bundestreffen mit ihren Tänzerinnen besucht. „Das 40-jährige Vereinsjubiläum der rheinland-pfälzischen Landesgruppe auf dem Beckenhof mit verschiedenen Tanzauftritten war ein ganz besonderes Erlebnis“, bestätigen die Damen der Ixheimer Tanzgruppe, die mit dabei waren. Auf die Frage „Wie begeistere ich noch viel mehr Menschen und Gemeinden dafür?“, sucht Heike Burk noch nach Kooperationspartnern.

Kontakt: Heike Burk, Telefon (01 70) 5 32 04 08 oder heike-burk@web.de.