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HFZ
Narren bringen Frohsinn ins Seniorenheim

Die Garde des humoristischen Fasenachtsvereins ist immer vergnügt unter den Zuschauern unterwegs.
Die Garde des humoristischen Fasenachtsvereins ist immer vergnügt unter den Zuschauern unterwegs. FOTO: Picasa / Margarete Lehmann
Zweibrücken. Die Tanzgarden des humoristischen Fasenachtsvereins Zweibrücken begeistern zusammen mit Prinzessin Lisa II. die Bewohner. Von Peter Fromann

Im großen Speisesaal des Awo Seniorenhauses „Am Rosengarten“ herrschten am Samstag Jubel, Trubel, Heiterkeit: Zu Gast waren die Tanzgarden des humoristischen Fasenachtsvereins Zweibrücken (HFZ), angeführt von Prinzessin Lisa II., die in ihrer legeren und charmanten Art die Senioren schnell in Stimmung brachte. Die sparten denn auch nicht mit Stimmungs-Raketen. Funkenmariechen Liv war unermüdlich unterwegs im Saal, mischte sich unters Volk und sorgte für beste Unterhaltung.

Die Gardistinnen waren hübsch geschminkt, die Kostüme in Himmelblau, die Mädchen und Damen trotz Akrobatik mit Überschlag immer lächelnd, alle Anstrengung haben sie jetzt am Ende der Session wegtrainiert, alles scheint spielend leicht, überhaupt nicht Atem raubend. Das Bild könnte gegensätzlicher nicht sein: Auf der einen Seite der Mensch in straffer Jugend und nimmermüde übergelenkig, auf der anderen Seite der Mensch hinfällig durch Alter, zumeist an den Rollstuhl gefesselt oder an den Rollator. Doch heute mal vereint im Fasenachtsgeist. Eine Pflegerin ergreift die schon ungelenken Arme einer Greisin im Rollstuhl und bewegt sie mit der Musik auf und ab und nach links und rechts. Die so passiv Aktivierte guckt ängstlich, möchte etwas sagen, kann aber nicht, bis sich plötzlich die Spannung in Gesicht und Körper löst und sie zu lächeln beginnt und alle Kraft sammelt, sich selbst zu bewegen.

Chiulia und Sophie von der Garde, neun und zehn Jahre alt, sind in bester Stimmung. Sie sagen: „Wir sind schon drei oder vier Jahre dabei, und es macht immer noch viel Spaß, wie man bestimmt auch sieht“, Sozialbetreuerin Stefanie Friedrich sagt: „Irgendeine Vorführung im Fasching machen wir jedes Jahr hier im Heim, in dieser letzten Fasenachtwoche machen wir noch eine interne Faschingsveranstaltung und wir gehen zu den Bettlägerigen und verteilen Schaumküsschen“. Liesel Ackermann und Marga Dörner, beide Heimbewohnerinnen, meinen: „Wir haben uns angefreundet, sitzen hier immer beim Essen zusammen, heute ist es doch wirklich schön hier.“ Reinhold Schwarz ist 93. Er bemerkt: „Ich bin voll bei den meisten Veranstaltungen dabei, bin außerdem Vorsitzender des Heimbeirats und organisiere etwas.“